Titel: Wir zwei in fremden Galaxien – Die Ventura Saga

Autor: Kate Ling

Gelesen von: Ute Dänekamp

Laufzeit: ca. 8h 35 Min.

Preis: 17€

4 Stars (4 / 5)

Schon seit mehreren Generationen ist das Raumschiff Ventura auf dem Weg zu einem weit fremden, entfernten Signal, welches möglicherweise von anderen Lebewesen gesendet werden könnte. Seren wurde auf der Ventura geboren und wird dort auch vorraussichtlich ihr ganzes Leben verbringen. Ihr Lebensweg ist komplett fremdbestimmt und streng getaktet. Sie gehört zu dem aktuellen Abschlussjahrgang. Nach der Schule wird ihr ein Lebenspartner zugewiesen und der Job festgelegt, in dem sie dann arbeiten muss. Doch Seren verliebt sich in einen anderen Jungen und damit brechen die beiden alle Regeln der Ventura-Mission.

Für Außenstehende (also als Leser oder Hörer) wird mit der Ventura eine sehr interessante Welt zum Leben erweckt. Da sich das Raumschiff auf einer sehr langen Erkundungsmission befindet, muss gewährleistet werden, dass zum einen stetig genug Menschen auf der Ventura leben, aber auch, dass in den Jahrhunderten der Reise keine eigene Ventura-Kultur entsteht, die sich stark von der Erdenkultur unterscheidet. Dadurch ergeben sich viele Probleme und Fragestellungen, von denen ich wünschte, dass sie in dem (Hör-)Buch behandelt worden wären. Es ist zum Beispiel unmöglich die Entwicklung von Sprache aufzuhalten, vor allem über so einen langen Zeitraum. Die Ventura-Rückkehrer werden also zwangsläufig anders sein als ihre irdischen Mitmenschen. Gleichzeitig verändert sich natürlich auch die Kultur auf der Erde, was zu dem nächsten Problem führt. Aber ich schweife ab. Mir hat bei Wir zwei in fremden Galaxien des öfteren insgesamt der wissenschaftliche, sci-fi Hintergrund gefehlt, nicht nur in diesem Beispiel. Meiner Meinung nach kann man kein Raumfahrt-Buch schreiben, welches eindeutige Science-Fiction-hafte Merkmale besitzt, ohne auch nur den Hauch einer Ahnung von den dazugehörigen Fakten zum Weltall und der Raumfahrt zu haben.

Auch die Protagonistin, Seren, war mir sehr unsympathisch. Sie ist zynisch, chronisch schlecht gelaunt, zickig und sieht generell nur das Negative an allem. Wenn sie über ihre große Liebe Domingo Suarez redet, erscheint es einem eher überdramatisch und wird mit sehr hochtrabenden Worten und Metaphern beschrieben. Die ganze Liebesgeschichte passiert, wie so oft, viel zu schnell. Von heute auf morgen sind die beiden unsterblich ineinader verliebt und würden alles für einander geben.

Wenn ihr meine Rezension bis hierhin gelesen habt, fragt ihr euch wahrscheinlich wieso ich dem Hörbuch trotzdem 4 Sterne gegeben habe. Das ist, weil das Hörbuch die Geschichte nocheinmal ungemein aufwertet. Dem Hörbuch kann man locker nebenher zuhören, es nimmt einen mit und ist gut gelesen. Während ich mir sicher bin, dass das Buch bei mir vielleicht 2 Sterne bekommen hätte, hat mich das Hörbuch gut unterhalten. In Hörbüchern finde ich es generell schwierig komplexen Geschichten zu folgen und lese diese ich lieber selbst. Deswegen war Wir zwei in fremden Galaxien als Hörbuch nahezu perfekt.

Jetzt freue ich mich auf den zweiten Teil der Ventura-Saga, denn ich bin sehr gespannt darauf, wie die Geschichte weitergeht. In gewisser Weise kam mir Wir zwei in fremden Galaxien nur wie der seeeehr lange Prolog zu der eigentlichen Handlung vor. Es bleibt also interessant und ich kann nur jedem empfehlen dem Hörbuch eine Chance zu geben.