Schlagwort: Heyne Verlag

Die erste Mission der Menschheit zum Mars

9783453317741_coverTitel: Mars

Autor: Ben Bova

796 Seiten

Preis: 16,99€

 

Das erste Forschungsteam auf dem Mars , bestehend aus fünfundzwanzig Wissenschaftlern und Astronauten verschiedener Herkunft, hat sich zur Aufgabe gemacht den Planeten zu erforschen. Das ultimative Ziel wäre natürlich Leben oder Hinweise auf vergangenes Leben zu finden. Doch zwischen Meteoriteneinschläge und den feindlichen Lebensbedingungen der Marsoberfläche ist es nur schwer ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Die Vorgaben der Politikern und des Entscheidungsausschusses machen das Leben des Forschungsteams auch nicht leichter. Als dann noch eine unbekannte Marskrankheit unter den Forschern ausbricht, droht ihre Mission letztendlich doch noch zu scheitern.

Die Geschichte beginnt mit der Landung auf dem Mars. In Rückblenden wird erzählt, wie die Mission entstanden ist, wie das Training der Astronauten aussah, wie einzelne Charaktere überhaupt zu ihrem Traum einer Marsmission gekommen sind und wie die neunmonatige Reise zum Mars abgelaufen ist. Vor allem diese Rückblenden geben dem Leser viel Auskunft über einzelne Charakterzüge und sind deswegen besonders spannend und aufschlussreich. Gerade zu Beginn des Buches finden sind die Abschnitte, die in der Vergangenheit spielen besonders lang, während die Handlung auf dem Mars nur schleppend vorankommt.

Die Erzählperspektive wechselt oft zwischen Menschen auf der Erde und dem Mars und fokussiert dabei  unterschiedliche Personen, die dann im Mittelpunkt der Handlung stehen. Dadurch ergeben sich auch eine Menge verschiedene Handlungsorte, auf der Erde, sowie auf dem Mars und im Marsorbit. Zwischendurch werden gelegentlich kurze Kapitel mit Fakten über den Mars oder die Erde eingestreut, die den wissenschaftlichen Anteil des Buches erhöhen und sehr informativ sind. Sonst wird sich in dem Roman eher weniger auf wissenschaftliche Erklärungen und Fakten versteift, stattdessen werden diese ganz natürlich in den Verlauf der Geschichte eingesponnen. Auch die Beschreibungen von den Gegebenheiten auf dem Mars sind so realistisch, dass man fast vergisst, dass noch kein Mensch auf dem Mars war, um diese Erfahrungen gemacht und dem Autor berichtet haben zu können. Doch so detailliert, wie die Umgebung und sogar der Geruch beschrieben wird, ist es nicht schwer sich selbst auf dem Mars wiederzufinden.

Während des Buches werden ausführlich die Entscheidungsprozesse und Verhandlungen mit den Politikern beschrieben. Es ist einerseits spannend zu lesen, wie sich ein ganzes Netz aus gegenseitiger Abhängigkeit entfaltet, aber es war für meinen Geschmack schon fast zu viel Politik und zu wenig wissenschaftliche Aspekte vertreten.

Während der Marsmission entwickeln sich auch kleinere Liebschaften, Interessen und Beziehungen zwischen den Charakteren. Zum Teil tragen diese Liebeleien dazu bei, die Persönlichkeiten der Charaktere realistischer zu gestalten, aber gelegentlich war es einfach unpassend zu der Geschichte.

Schade fand ich auch, dass nicht alle Marstage beschrieben wurden und teilweise große Lücken zwischen den Erzählungen waren, ohne wirkliche Erklärungen, was in der Zwischenzeit passiert ist.

Das Buch hat mich wirklich gefesselt durch seine angenehmen Schreibstil und der spannenden Thematik, sodass ich es in einigen, wenigen Tagen komplett durchgelesen hatte. Es ist eine interessante und mögliche Schilderung, wie eine Mission zum Mars ablaufen könnte. Ich empfehle den Roman jedem, der sich für Raumfahrt und die Erkundung des Weltraums, bzw. unseres Sonnensystems interessiert.  Aber durch die verschiedenen Persönlichkeiten, die in dem Buch aufeinander treffen und die vielen angeschnittenen Themenbereiche, ist für jeden etwas dabei.

 

Ein schwarzes Loch droht die Erde zu verschlingen!

756_17532_159305_xxlTitel: Erde

Autor: David Brin

855 Seiten

Preis: 5,99€ (eBook)

 

 

Die Geschichte spielt in der Zukunft, genauer: im Jahr 2038. Durch ein Missgeschick eines Wissenschaftlers ist ein winzig kleines Schwarzes Loch in den Erdkern vorgedrungen. Die Gefahr besteht, dass es die Erde in den nächsten zwei Jahren vollständig verschlungen haben wird. Die Wissenschaftler sind  sich uneinig darüber, ob ein Rettungsversuch der Erde unternommen werden soll, oder ob die Menschheit ausgelöscht werden sollte, um dem Universum eine neue Chance zu geben. Auch sonst geht es der Erde nicht gut. Der Treibhauseffekt ist so weit fortgeschritten, dass ein Großteil des Planeten Wüste ist. Es herrscht Wasserknappheit, die Nahrung-Ressourcen sind erschöpft und eine starke Überbevölkerung hat sich entwickelt. Kann die Erde überhaupt noch gerettet werden?

Der Leser wird direkt am Anfang mitten in die Geschichte geworfen und wird erst einmal mit Informationen praktisch überschüttet. Dazu kommen noch sehr viele physikalische Begriffe und Grundideen, die man als Physik-Laie überhaupt nicht zuordnen oder verstehen kann. Das Problem mit dem Physik-Verständnis zieht sich leider durch das gesamte Buch. Es werden zwar immer mal wieder Ideen und Konzepte ausführlicher erklärt und auch mit Bilder veranschaulicht, aber im Großen und Ganzen ist es doch eher schwer, wirklich alles zu verstehen, wenn man keine Vorkenntnisse besitzt. Jedes Kapitel wir abgeschlossen, durch verschiedene eingefügte Medien, so zum Beispiel Radio-Beiträge oder Artikel aus Zeitschriften und Büchern. Einerseits lockern diese Beiträge die Geschichte auf, aber andererseits kann man sie auch oft nicht ganz dem Kontext zuordnen. Viele Artikel beschäftigen sich mit dem Zustand der Erde und ihren Bewohnern. Der Autor zeigt auf, was passieren könnte, wenn wir weiterhin mit der Erde umgehen, wie es momentan der Fall ist. Dieser Appell zum Umweltschutz ist eine der wichtigsten Botschaften, die man aus dem Buch ziehen kann. Auch die Beiträge zu der Evolution, die immer mal wieder in Artikelform am Ende des Kapitels auftauchen, waren sehr interessant und lehrreich. Man wird anfangs auch mit sehr vielen verschiedenen Handlungssträngen und Personen konfrontiert, wodurch man leicht den Überblick verliert. Im Laufe der Geschichte verflechten sich diese Handlungsstränge aber immer mehr und es entsteht ein großes Gesamtbild. Der Autor, David Brin, ist als Physik-Professor und NASA-Berater tätig und ich könnte mir vorstellen, dass er nach seinen Verhältnissen das Buch super verständlich und vereinfacht geschrieben hat, in Hinsicht auf die Physik. Aber leider konnte zumindest ich ihm nicht sehr einfach folgen. In den USA haben seine Bücher bereits zahlreiche Preise erhalten.

Ich empfehle das Buch jedem, der auf jeden Fall schon Vorkenntnisse im Bereich der Physik besitzt und sich dafür interessiert stark wissenschaftliche Geschichten zu lesen.  Es ist sehr gut vorstellbar, dass es ein ganz anderes und viel besseres Lese-Erlebnis ist, wenn man nicht ganz so ahnungslos wie ich, durch die Geschichte stolpert.