Kategorie: Rezensionen

Ein besonderes Buch – spannend, faszinierend – mit Gänsehautfaktor

die-insel-der-besonderen-kinder1Titel: Die Insel der besonderen Kinder

Autor: Ransom Riggs

Verlag: Knaur TB

Preis: 12,99 €

 

 

Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind … Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Schauergeschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es die Insel wirklich gibt. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freundschaften schließt, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …

 

_MG_8326Die Insel der besonderen Kinder von Ransom Riggs ist ein besonderes Buch – für mich auch eines, an das ich mich wahrscheinlich immer erinnern werde. Mich hat es verzaubert! Angefangen vom Cover, dass ich als Coverloverin schon wirklich toll fand – so mysteriös und gruselig. Dann der Klappentext, der ebenfalls die Lust auf dieses Buch geschürt hat.

Die faszinierenden, gruseligen Bilder, Briefe und Zeichnungen und die braun gemusterten Blätter, die die einzelnen Kapitel voneinander trennen, verleihen dem Buch zusätzlich etwas besonderes. Die Bilder passen immer zu den entsprechenden Stellen in der Geschichte und verleihen dem Ganzen mehr Tiefe und eine Portion „Grusel“.

Zur Story: Jacob ist ein liebenswürdiger Kerl, der den letzten Wunsch seines Großvaters sehr ernst nimmt. Er beginnt zu recherchieren und macht sich auf die Suche nach den besonderen Kindern und dem Ort an dem sie gelebt haben. Er hofft jemanden zu finden, der sie gekannt hat und etwas über ihre Geschichte erzählen kann und insgeheim hofft er auch, das vielleicht noch eines der Kinder von damals auf der Insel lebt. Die vielen Geschichten seines Großvaters haben die Kinder schon sehr lebendig wirken lassen. Jacob wirkt oft noch sehr jung, was ja natürlich auch ist. Er ist mit seiner Mission ganz auf sich alleine gestellt. Seine Eltern und auch sein restliches privates Umfeld stempeln ihn und seine Angst vor den Monstern, von deren Existenz er seit dem Tod seines Großvaters sicher ist, als Fall für den Psychiater ab. Soviel dazu…

Die besonderen Kinder sind nicht nur aufgrund ihrer Gaben besonders, denn erst der Zauber „des Vogels“ macht sie zu etwas Besonderem.

Mehr möchte ich gar nicht verraten. Riggs hat es auf jeden Fall geschafft mich komplett in dieses Buch hineinzuziehen. Ständig habe ich mich gefragt, wie es wohl wäre, wenn ich an Stelle von Jacob wäre. Es war faszinierend und gleichzeitig beängstigend und es gab viele Momente im Alltag, wo mir plötzlich bewusst wurde, dass ich in Gedanken schon wieder in der Geschichte war .

Fazit: Fantastisches, gruseliges, besonderes, historisch angehauchtes Buch, bei dem auch die kleine Portion Romantik, die ich so mag, nicht fehlt. Klare Kaufempfehlung!

Überraschende Wendungen und ein langgehütetes Familiengeheimnis

Titel: Black Rabbit Hall

Autorin: Eve Chase

411 Seiten

Preis : 19,99€

Leseprobe

 

 

Auf Black Rabbit Hall hat Zeit keine Bedeutung. Amber Alton verbringt jedes Jahr die Ferien mit ihren Eltern und ihren drei Geschwistern auf dem riesigen Familienanwesen in Cornwall. Bei einem weiteren Aufenthalt auf Black Rabbit Hall im Jahr 1968, geschieht etwas Schreckliches, wodurch das Familienglück für immer überschattet wird. Amber und ihr Zwillingsbruder Toby entfernen sich daraufhin voneinander, obwohl sie sonst immer unzertrennlich waren. Zusätzlich kommt eine besitzergreifende Fremde in das Leben der bereits angeschlagenen Familie und eine verbotene Liebe entsteht. Ungefähr 30 Jahre später ist Lorna mit ihrem Verlobten Jon auf der Suche nach einer passenden Hochzeits-Location. Sie finden Black Rabbit Hall und Lorna ist sofort begeistert. Irgendetwas an dem Haus lässt sie nicht los. Als sie dann noch zufällig auf die in einen Baum eingeritzten Namen der Alton-Kinder stößt, ist ihre Neugierde geweckt. Sie beginnt die verschlungene Geschichte von Black Rabbit Hall aufzudecken und muss sich dabei ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

Als allererstes ist mir dieses wunderschöne Cover aufgefallen, mit der verschlungenen Schrift und den Gold-Applikationen. Hat man das Buch in Gebunden vor sich, kann man den milchig-trüben, leicht durchlässigen Umschlag abnehmen und man hat nur noch das Bild von dem Anwesen auf dem Cover, was eine sehr schöne Idee ist. Anfangs war es eher schwer in die Geschichte reinzufinden und die Verhältnisse zwischen den Charakteren zu erschließen. Aber nach einer gewissen Einlese-Zeit fängt man an, relativ gut durchzublicken. Es hat mir sehr gut gefallen, dass das Buch zu zwei unterschiedlichen Zeiten spielt und man als Leser ständig hin und her springt. Auch, dass die Schriftart sich ändert, je nachdem in welcher Zeit man gerade liest war gestalterisch sehr schön. Der Schreibstil ist nüchtern und ungeschönt aber trotzdem sehr präzise, durch die teils bildliche Sprache. Die Geschichte wird sehr spannend durch die kleinen Cliffhanger, am Ende jedes Kapitels, die einen dazu bringen, das Buch nicht weglegen zu können. Es war außerdem praktisch unmöglich vorauszusagen, was als nächstes passieren könnte. Es gibt so viele unerwartete Wendungen in der Geschichte, die das Buch bis zur letzten Seite spannend machen.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne geheimnisvolle, aber nicht allzu gruselige Romane liest. In „Black Rabbit Hall“ ist für jeden etwas dabei: Liebe, Hass, dramatische Unglücke, Familienkrisen und natürlich ganz viel Spannung.

Was wäre, wenn ein großer Asteroid auf die Erde zurasen würde…?

we-all-looked-up-9781481418775_hrTitel: We All Looked Up

Autor: Tommy Wallach

443 Seiten

Leseprobe

 

 

Als der Asteroid Ardor geradewegs auf die Erde zusteuert, sind sich Wissenschaftler sicher, es besteht eine 66,6% Chance für die Auslöschung der Erde. Aber was tun, wenn das Ende so nah bevorstehen könnte? Die vier Teenager Eliza, Andy, Anita und Peter bleiben durch Ardor möglicherweise nur noch 10 Wochen von ihrem Leben. Was ist überhaupt von Bedeutung? Wer will ich sein und wie lebe ich mein Leben? Zum ersten Mal in ihrem Leben brechen sie aus ihren „Schubladen“ aus und kümmern sich nicht darum, was von ihnen erwartet wird.

Das Buch ist gegliedert in 10 Teile, in denen auf die Ankunft Ardors runtergezählt wird. Jeder Teil beinhaltet jeweils ein Kapitel aus den verschiedenen Sichten der vier Jugendlichen. Die Perspektivwechsel sind interessant und ermöglichen dem Leser sich in die einzelnen Hauptpersonen reinzuversetzen. Niemand ist in echt so, wie er von den anderen Charakteren gesehen wird. Jeder Mensch hat seine Geschichte und was hinter einer Person steht ist oft so viel mehr als man auf den ersten Blick sieht. Obwohl das Buch teilweise flach geschrieben ist, hat es stellenweise auch wieder sehr poetische Züge. Man beginnt selbst über sein Leben zu reflektieren und sich zu fragen, was man selbst machen würde und ob man sich nichts vorzuwerfen hätte, wenn die Welt morgen endet. Neben diesen existenziellen Fragen, die aufgeworfen werden, ist die Handlung leider eintönig und etwas langweilig. Die Einzelschicksale der Protagonisten ziehen sich ewig lang über die Seiten, obwohl man schon in den ersten Kapiteln absehen kann, was geschehen wird. Die apokalyptische Endzeitstimmung, die sich durch das Buch zieht, ist aufregend zu lesen und es ist extrem spannend zu beobachten, wie sich die Gesellschaft verändert. Der Autor, Tommy Wallach, ist außerdem Sänger und Songwriter. Zu seinem ersten Roman „We all looked up“ hat er selbst ein gleichnamiges Album aufgenommen, mit Liedern zum Buch, aber auch aus dem Buch. Die Idee finde ich ziemlich cool, da einige Charaktere in der Geschichte selbst Lieder komponieren und singen. Das Album zum Buch rundet das Bild nochmal ab, da man die Möglichkeit hat, die Songs wirklich zu hören, über die man vorher nur gelesen hat. Die Filmrechte wurden sogar noch vor dem Erscheinen des Buches an Paramount Pictures übertragen. Auch wenn mir nicht bekannt ist, ob schon konkrete Pläne zur Verfilmung anstehen, bin ich trotzdem schon gespannt auf die Umsetzung.

Eine Fantasy-Reihe mit Suchtfaktor

Obsidian

Titel: OBSIDIAN – Schattendunkel

Autor: Jennifer L. Armentrout

Seiten: 400

 

Als die siebzehnjährige Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um „neue Freunde“ zu finden. Und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal bereits verändert hat…  
Dies ist der erste Band der Obsidian-Serie von Jennifer L. Armentrout.
Ich liebe den Schreibstil von Jennifer L. Armentrout! Ebenso die Charaktere, die sie liebevoll mit den verschiedensten Facetten ausgestattet hat und ihr Talent diese so lebendig werden zu lassen. Katy, Daemon und auch seine Schwester Dee haben das Zeug einem direkt ans Herz zu wachsen. Die Handlung der Geschichte war für mich nicht wirklich etwas neues. Das gutaussehende, aber schüchterne Mädchen verliebt sich in den Bad Boy. Es geht hin und her „Er will mich – er will mich nicht – er will mich“. Dann kommt noch eine Portion Paranormales ins Spiel und natürlich ein Ende, das sofort sehnsüchtig auf Band 2 warten lässt. An manchen Stellen hat mich das alles schon sehr an die Biss-Bücher erinnert, auch wenn es hier nicht um Vampire geht. 😉 ABER ich habe schon lange keine Reihe mehr gelesen, die das „Twilight-Feeling“ von damals wieder erzeugen konnte. Jennifer L. Armentrout hat es mit diesem Buch geschafft und ich freue mich jetzt schon auf Band 2! Obsidian ist ein gelungener Auftakt der Lux-Reihe, die sich zunächst mit Onyx, Opal und Origin (Bd. 2, 3, 4) fortsetzt. Ende April erscheint bereits Opposition (Bd. 5) und wer dann noch nicht genug hat, kann (ab Winter 2016) mit Oblivion – Lichtflüstern – die Geschichte noch mal aus Daemons Perspektive erleben.

 

Fazit: Von mir aus eine klare Kaufempfehlung!!! (Wer allerdings mit den Biss-Büchern nichts anfangen konnte, wird hier dann auch seine Erfüllung nicht finden.)

Spannendes Sci-Fi Abenteuer am Rande unserer Galaxie

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Titel: Paradox

Autor : Philip Peterson

451 Seiten

Um das rätselhafte Verschwinden einiger Sonden jenseits der Pluto-Laufbahn zu erforschen, begeben sich der erfahrene Astronaut Ed Walker und der Wissenschaftler David Holmes mit ihrer Crew auf eine abenteuerliche Reise an den Rand unseres Sonnensystems. Von dem Entschluss ins All zu fliegen, über das Astronautentraining bis hin zum eigentlichen Start ist es ein ganz schönes Stück Arbeit für alle Beteiligten. Auch auf der Reise selbst müssen sie immer wieder mit kleineren Problemen kämpfen. Als sie dann schließlich an ihrem Ziel ankommen, machen sie eine Entdeckung, die ihre Welt erschüttert.

Da die Geschichte schon weit vor der Mission ins All beginnt, verfolgt man von Anfang an, den Entstehungsprozess des Einsatzes und die jeweiligen Gemütsverfassungen von Ed und David. Die Perspektive wechselt pro Kapitel zwischen den beiden Charakteren. Dadurch bekommt man völlig unterschiedliche Einblicke in das Leben als Astronaut. Zum einen, die eines Neulings, aber auch die eines alt Eingesessenen. Was mir besonders an „Paradox“ gefallen hat war vor allem, der Blick hinter die Kulissen der NASA und der Raumfahrt. Aber zudem auch die wissenschaftlichen Fakten in dem Buch, die eben nicht total abstruse Sci-Fi Erfindungen waren, sondern tatsächlich zukünftig möglich und plausibel sind. Generell werden auch viele physikalische Prinzipien erklärt, was ich wirklich sehr lehrreich und interessant fand. Da der Autor (Philip Peterson) als Ingenieur für Trägerraketenkonzepte arbeitete und im Management von Satellitenprogrammen tätig war, merkt man während dem Lesen ganz stark, dass er wirklich weiß wovon er spricht. Das gibt dem Buch viel mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit. Während dem Lesen fiel es mir schon fast schwer, im Hinterkopf zu behalten, was momentan schon  möglich ist und was nur in dieser Geschichte real ist, weil alles so schlüssig und ineinander übergehend war. Auch die Charaktere sind Peterson wirklich gut gelungen. Ed und David sind so unterschiedlich wie zwei Menschen nur sein können, aber man kann sich in beide sofort reinversetzen und sie super gut verstehen. Alles in allem kann nicht das Buch wirklich nur empfehlen. Ich hab es in 2 Tagen quasi verschlungen und habe vor bald auch „Transport“, ein weiteres Buch von Peterson, zu lesen.