Kategorie: Rezensionen

Dornröschen aus einer ganz neuen Perspektive

81Wyz8cOveLTitel: Sommer hinter Dornen

Autor: Regina Meißner

79 Seiten

Preis: 1,49€ (eBook)

          5,99€ (Taschenbuch)

3.5 Stars (3,5 / 5)

 

In einem verwunschenen Schloss, umgeben von einer undurchdringbaren Dornenhecke liegt ein Schloss, dessen Bewohner sich seit vielen Jahren in einem tiefen Schlaf befinden. Auch die Prinzessin des Schlosses schläft und nur der Kuss eines Prinzen kann sie und das gesamte Schloss  aufwecken. Als Prinz Cedric sich dazu entschließt den gefährlichen Weg hinter die Dornenhecke zu wagen, wendet er sich an das Nächtliche Siegel, ein Zusammenschluss von Kriegern, um sie um Hilfe zu bitten. Doch entgegen Cedrics Erwartungen wird ihm kein kräftiger Krieger zugeteilt, sondern die zierliche Aria. Zusammen machen sie sich auf den Weg, den Fluch, der das Schloss befallen hat, zu brechen.

Diese ganz neue Version von Dornröschen erzählt die Geschichte aus einer völlig anderen Sicht. Der Kontrast zwischen dem veralteten Märchen und der Neuerzählung, wird vor allem deutlich wenn man die selbstständige Badass-Aira mit der schlafenden Prinzessin vergleicht, die auf ihre Rettung wartet. Aira ist eine starke Kriegerin, die auf niemandes Hilfe angewiesen ist. Deswegen läuft die erste Begegnung zwischen ihr und Cedric auch nicht sehr positiv ab. Cedric wirkt zu Beginn erstmal eher unselbstständig und muss sich von Aira sagen lassen, wo es lang geht. Im Laufe der Geschichte beweist auch Cedric, dass er Köpfchen hat und lange nicht der verwöhnte Königssohn ist, für den man ihn anfangs hält. Zu lesen, wie sich die anfängliche Abneigung in Respekt, Freundschaft und letztendlich zu Liebe entwickelt ist super interessant.

Allerdings behandelt die Geschichte viel zu wenig von dieser Entwicklung, da sie doch sehr kurz ist. Mein einziger Kritikpunkt an dem Buch ist allein, dass die Idee zu der Geschichte sehr viel mehr Seiten verdient hätte. Man steigt zwar am Anfang durch die Kürze auch schnell in die Handlung ein, was ich immer sehr gut finde. Aber gerade wenn es um zum Beispiel die Strukturen des Nächtlichen Siegels geht, oder um die Aufträge, die Aira vorher bereits übernommen hat, wären etwas ausschweifendere Erzählungen wirklich spannend. Auch die Übergänge zwischen Airas und Cedrics Abenteuern wurden durch die Kürze des Buches sehr vernachlässigt.

Trotzdem hat gerade dieser Faktor, dass der Leser eben nicht alles bis ins kleinste Detail weiß, seinen Charme. So fühlt man sich beim Lesen eher, als würde man durch ein winziges Fensterloch in eine Welt schauen, die noch so viel mehr zu bieten hat. Ich persönlich finde es immer toll, die Möglichkeit zu haben, mir ausdenken zu können, welche Abenteuer alles im Hintergrund oder parallel zu der Geschichte, passieren könnten.

Der Fokus auf den Erlebnissen des Prinzen, der versucht die Prinzessin zu retten ist ein ganz anderer Ansatz, als das eigentliche Märchen verfolgt. Diese Seite, die man vorher nie gesehen hat, rückt die ganze Geschichte auf einmal in ein anderes Licht und man beginnt die Zweifel des Prinzen zu teilen und mit ihm mitzufiebern auf seiner Reise.

Ich empfehle das Buch jedem Märchenliebhaber und Freunden von eher kurzen Geschichten. Die knapp 80 Seiten lassen sich schnell und flüssig in einem Rutsch lesen. Auch für genug Abenteuer und Romantik ist ausreichend gesorgt. Ich würde am liebsten niemals aufhören zu lesen, was Aira und Cedric alles zusammen erleben, weil die beiden Charaktere sind, die man sofort ins Herz schließt als Leser.

Dein Körper gehört jetzt Prime Detinations, du hast keine Rechte mehr!

starters-germanTitel: Starters

Autorin: Lissa Price

Preis: 15,99€ (Hardcover)

          9,99€ (Taschenbuch)

398 Seiten

4.2 Stars (4,2 / 5)

 

Durch den Sporenkrieg haben nur ganz alte oder ganz junge Menschen überlebt. Während die Alten, die Enders, in Reichtum und Wohlstand leben, müssen sich die Jungen, die Starters, mit einem Leben in Armut auf der Straße abfinden.  Doch die Firma Prime Destinations bietet einen Ausweg: Gegen eine hohe Geldsumme vermieten die Starters ihre Körper an die Enders. Diese übertragen ihr Bewusstsein in den Starters-Körper und können so sich nochmal richtig jung fühlen. Um Geld für ihren kleinen, kranken Bruder zu besorgen, meldet sich Callie bei der Body Bank. Allerdings läuft während ihres Einsatzes etwas schief und auf einmal findet sie sich in einem fremden, sehr luxuriösen Leben wieder. Mit der Zeit wird ihr klar, dass ihre Mieterin Helena, mit der sie immer noch kommunizieren kann, einen schrecklichen Plan verfolgte, den Callie unbedingt verhindern muss.

Die Idee der Geschichte fand ich von Anfang an super interessant. Post-apokalyptisch, dystopisch und gesellschaftskritische Bücher bekommen einfach sofort meine Aufmerksamkeit. Man wird direkt in die Geschichte geworfen und weiß zuerst gar nicht was passiert. Es tauchen so viele Fragen auf, wie „Was sind Enders?“, „Wer ist die/der Protagonist/in?“, „Wo befinden wir uns und was hat die Hauptperson vor?“, die im Laufe der nächsten Kapitel beantwortet werden. Das Schicksal von Callie und ihrem kleinen Bruder Tyler zerreißt einem fast das Herz. Sie besitzen quasi nichts mehr, außer sich selbst und zu lesen wie aufopferungsvoll Callie sich um Tyler kümmert ist wunderschön, aber auch wirklich traurig. Wenn man dann noch den riesigen Wohlstandskontrast zwischen Starters und Enders betrachtet, ist es einfach nicht fair, wieso so junge Menschen schon ein so schweres Leben haben müssen. Das Buch ist aus Callies Sicht geschrieben, was besonders dann interessant ist, wenn sie nach oder während einer Körperübernahme aufwacht und sich der Leser, genau wie sie, fragen muss wo sie sich befindet und was in der Zeit passiert ist, als jemand anderes ihren Körper gesteuert hat. Auch das Rätsel um Prime Destinations und Helenas Geheimnis bleiben dadurch undurchschaubar und spannend. Der technische Fortschritt in Starters ist beängstigend und man fragt sich , ob unsere Gesellschaft darauf zutreibt Menschen Chips zu implantieren oder sich andere gruselige Dinge auszudenken. Der Leiter von Prime Destinations, der Old Man, ist ein ganz außergewöhnlicher Bösewicht, der unheimlich faszinierend und abstoßend zugleich ist. Gegen Ende passiert noch einmal eine absolut überraschende Wendung der Geschichte, die mich wirklich erschüttert hat.

Ich empfehle das Buch jedem, der schon Seelen (von Stephanie Meyer) mochte, denn die Grundidee ist relativ gleich. Aber auch Fans von Endzeit-Romanen werden an Starters ihren Spaß haben. Ich hab das Buch in einem Tag verschlungen, weil es sich so flüssig und schnell lesen lässt. Außerdem gibt es keine Abschnitte, in denen die Handlung etwas träger wird, sondern es bleibt durchgehend spannend.

Mitreißendes Fantasy Abenteuer in einer fremden Welt

Cover-neu-klein-188x300Titel: Der Stern von Erui – Heimkehr

Autorin: Sylvia Rieß

499 Seiten

Preis: 1,99€ (eBook)

           17€ (Taschenbuch)

4 Stars (4 / 5)

 Watch movie online John Wick: Chapter 2 (2017)

Mit 14 Jahren ist Fenia spurlos verschwunden. Als sie 4 Jahre später wieder auftaucht, können Freunde, Familie und Polizei nur rätseln wo sie gewesen und was ihr zugestoßen ist, denn sie selbst behauptet keine Erinnerung mehr zu haben. Doch in Wirklichkeit erzählt sie nichts, weil niemand ihr glauben würde, wo sie war. Sie verbrachte die letzten Jahre in Erui, eine Welt, welche neben unserer existiert, und in der noch Magie herrscht. In Erui leben unter anderem Feen, Elfen, Einhörner, Drachen und Kobolde. Aber Erui ist in Gefahr von den Schatten eingenommen zu werden. Die Yar’Ukhtairi, die Schattenkrieger, sind Fenia gefolgt und bedrohen sie und ihre Freunde. Um sich selbst, ihre Liebsten und Erui zu retten muss Fenia zurückkehren. Aber nicht nur Fenia geht durch die Nebel zurück nach Erui, sondern auch einige andere Personen, die unfreiwillig die Grenze überschreiten.

Am Anfang des Buches werden sehr viele Fragen beim Leser aufgeworfen. Vor allem Fenias Vergangenheit ist lange ein großes Mysterium, welches erst im Laufe der Geschichte durch viele und teils sehr lange Rückblicke aufgeklärt wird. Durch die Unklarheit, was Fenia eigentlich passiert ist, möchte man das Buch gar nicht beiseitelegen und das Geheimnis schnell enthüllen. Ein Großteil des Geschehens spielt in der Vergangenheit und so wird eine Verbindung zwischen Fenias erstem Aufenthalt in Erui und ihrer Rückkehr erstellt. Zu Beginn der Geschichte wechselt die Erzähl- Perspektive zwischen Fenia und Dave, einem Familienvater in seinen 40ern. Anfangs ist nicht klar, wie die beiden zusammenhängen, aber zu sehen, wie sich ihre Schicksale verweben ist wirklich  interessant. Nachdem die Charaktere durch die Nebel nach Erui gebracht wurden, ergeben sich noch sehr viel mehr Handlungsstränge, da nicht alle am gleichen Ort auftauchen. Einerseits wird dadurch die wundervolle Vielfalt von Erui dargestellt, aber es ist auch nicht leicht als Leser den Überblick über die Personen zu behalten. Eine große Hilfe dabei ist die Liste der Charaktere mit Kurzbeschreibungen, die auf den ersten Seiten des Buches zu finden ist. Auch die Karte von Erui ist wirklich toll und besonders die interaktive Version der Karte, die im Internet zu finden ist, ist eine schöne Idee, die ich vorher so noch nicht gesehen habe.  Die Geschichte lebt vor allem von den vielen Zeitsprüngen und Erzählungen, die oft erst im Nachhinein mit den Charakteren verknüpft werden. Dabei bleiben die Aufklärungen für den Leser immer unvorhersehbar und spannend. Das Buch endet sehr überraschend, mitten in der Geschichte und kein Handlungsstrang wurde komplett abgeschlossen. Einige Charaktere wurden zuletzt bereits nach der Hälfte des Buches erwähnt, was ich sehr schade finde, da man bei ihnen absolut nicht weiß, wie ihre Erlebnisse in Erui weitergingen.

Ich kann das Buch jedem Fan von High-Fantasy Romanen empfehlen. Ich war durchgehend positiv überrascht von der Geschichte. Die Magie von Erui zieht den Leser in einen Bann. Durch die große Vielfalt an mystischen Wesen und atemberaubender Landschaft, wird es nie langweilig. Der zweite Teil „Der Stern von Erui – Schattenkriege“ steht jetzt auf jeden Fall auf meiner Wunschliste und ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie die Geschichte weitergeht.

FLOWER

9783570164181_CoverTitel: FLOWER

Autorinnen: Elisabeth Craft & Shea Olsen

288 Seiten

12,99 € (Broschiert) 

3.6 Stars (3,6 / 5)

Die achtzehnjährige Charlotte hat keine Zeit für Jungs, sondern setzt all ihren Ehrgeiz auf die Zulassung an der Stanford Universität. Da tritt ein fremder Junge in ihr Leben, der geheimnisvolle Tate. Charlotte verliebt sich auf den ersten Blick und will nur noch eins: Tate. Und Tate will sie.

Dann der Schock: Tate ist nicht irgendwer, sondern ein Superstar, der bekannteste Sänger seiner Generation. Und er hat dem Rampenlicht – und Beziehungen – den Rücken gekehrt. Doch die Anziehungskraft zwischen Charlotte und Tate ist so stark wie das Schicksal selbst …

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Rezi: Für mich ist Flower ein idealer Sommer-Roman für Zwischendurch! Das schmälert allerdings in keinster Weise seine Qualität! Im Gegenteil! Ich habe es genossen sofort auf den ersten Seiten von den Autorinnen Elisabeth Craft & Shea Olsen abgeholt worden zu sein. Aus der Sicht der sympathischen Hauptprotagonistin Charlotte erzählt, erlebt man die Liebesgeschichte von ihr und Tate Collins – DEM Superstar Americas. Die Beziehung der beiden hat wie im Klappentext angedeutet natürlich ihre Höhen und Tiefen, verbunden mit den dazugehörigen Glücksmomenten und schmerzlichen Trennungen. 

Mehr möchte ich zur Story selbst eigentlich gar nicht sagen, weil es es dem Buch, dass mit 288 Seiten schnell zu lesen ist zu viel wegnehmen würde. Deshalb gehe ich hier noch mal auf Details ein, die mir bei Flower positiv aufgefallen sind:

1. Das Cover – passt mit seinem weißen Hintergrund und der hervorstechenden Blume zur Jahreszeit und macht einfach Lust es zu lesen.  

2. Der Schreibstil – hat mir bereits ab der ersten Seite gefallen und hat es mir wirklich sehr leicht gemacht, in die Geschichte einzutauchen.

3. Die Buchgestaltung – ist ebenfalls so gewählt, dass es dem Leser noch leichter fällt dieses Buch innerhalb kürzester Zeit zu verschlingen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und die Schriftgröße angenehm groß. 

Fazit: Ein leichter, jugendlicher Sommer-Roman – toll für zwischendurch

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Unsterblichkeit – Fluch oder Segen?

Titel: Die Unglückseligen

Autorin: Thea Dorn

552 Seiten

24,99€

4 Stars (4 / 5)

 

Die Molekularbiologin Johanna Mawet forscht an der Unsterblichkeit von Zellen durch artübergreifende Genetik. Während ihrem Forschungsaufenthalt in den USA trifft sie auf einem mysteriösen, sonderbaren und verwirrt wirkenden Mann. Schon bald kommt Johanna hinter sein Geheimnis: Der Fremde ist niemand geringeres als Johann Wilhelm Ritter, ein deutscher Wissenschaftler, der 1776 geboren wurde. Ritter könnte der Schlüssel zu Johannas Forschung sein. Um zu verstehen, was Ritter unsterblich macht, lässt sie seine DNA von ihren amerikanischen Kollegen sequenzieren. Als diese anfangen misstrauisch zu werden, bleibt Johanna und Ritter nur die Flucht zurück nach Deutschland um dort das Geheimnis um Ritters Alter zu lüften.

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Die Thematik rund um die Forschung an der Unsterblichkeit finde ich persönlich unheimlich interessant und wünschenswert. Die biologischen Fakten, die in dem Buch angeführt werden, über die Sterblichkeit des Menschen und den Zerfall des Körpers, sind einerseits sehr spannend, aber auch beängstigend, weil sie einem in aller Deutlichkeit vor Augen führen, wie wir quasi jetzt schon anfangen zu sterben. Durch Johannas Arbeit bekommt der Leser einen Blick hinter die Kulissen der Forschung. Ein Grundverständnis von Englisch und einigen biologischen Fachwörtern wird vorausgesetzt, wenn man der Geschichte in allen Details folgen möchte.

Der Schreibstil ist anspruchsvoll aber trotzdem im Einzelnen an die Charaktere angepasst. Johanna spricht modernes Akademiker-Deutsch, was wirklich gut zu verstehen ist. Ritter und auch der Teufel, der gelegentlich auftaucht und den Leser direkt über das Geschehen anspricht, sprechen veraltetes Romantik-Deutsch, mit sehr stark ausgeschmückter Sprache. Manchmal verfallen beide ins Lyrische und aus dem Gesagten lässt sich leider kaum noch eine Bedeutung ziehen. Generell ist es ab und zu schwer zu verstehen, wer gerade spricht und auf was sich bezogen wird. Ritter schweift öfter mal ab und der Leser befindet sich ohne Vorwarnung in einem Rückblick aus seinem Leben oder in einem inneren Monolog Ritters, der nur schwer mit der Handlung des Buches in Verbindung gebracht werden kann. Manchmal ergaben Abschnitte des Buches beim ersten Lesen absolut kein Sinn für den Verlauf der Geschichte, und erschlossen sich erst im Nachhinein beim Weiterlesen. Besonders interessant ist die Form und die Gestaltung, in der die Geschichte erzählt wird. Es wird öfter auf verschiedene Medien zurückgegriffen wie Lieder, Ausschnitte aus Büchern, Comicblasen, eine Art Filmskript über das Geschehen, und viele, viele andere abwechslungsreiche Methoden.

Schon sehr lange bin ich auf der Suche nach einem „biologischen Sci-Fi-Roman“ und mein Wunsch wurde mir durch „Die Unglückseligen“ endlich erfüllt. Auch wenn die Sprache anfangs etwas abschreckend ist, sollte man sich auf keinen Fall davon beirren lassen. Der Roman vereint so viele spannende Bereiche der Biologie und der Forschung, die das Buch so lehrreich und interessant machen.

 

Die Geschichte um Daemon & Katy geht weiter

9783551583321Titel: Onxy – Schattenschimmer

Autorin: Jennifer L. Armentrout

464 Seiten

19,99 € (HC)

4.3 Stars (4,3 / 5)

Seit Daemon Katy geheilt hat, sind sie für immer miteinander verbunden. Doch heißt das, dass sie auch füreinander bestimmt sind? Auf keinen Fall, findet Katy und versucht sich gegen ihre Gefühle zu wehren. Das ist allerdings gar nicht so einfach, denn Daemon ist nun fest entschlossen, sie für sich zu gewinnen. Dann taucht ein neuer Mitschüler auf – und mit ihm eine dunkle Gefahr. Katy weiß nicht mehr, wem sie trauen kann. Was geschah mit Daemons Bruder? Welche Rolle spielt das zwielichtige Verteidigungsministerium? Und wie lange wird sie Daemons enormer Anziehungskraft noch widerstehen können? Dies ist der zweite Band der Obsidian-Serie von Jennifer L. Armentrout.

Rezi: Die Handlung knüpft direkt an den voran gegangenen Band (Obsidian) an und ich war auch sofort wieder in der Geschichte drin. Bis knapp zur Hälfte des Buches passiert allerdings nicht viel Spannendes. Viel mehr dreht es sich um das ewige Hin und Her zwischen Daemon und Katy, denn diese ist sich über die Echtheit seiner Gefühle für sie einfach nicht sicher. Auch die entstandene Verbindung zwischen den beiden lässt Katy immer wieder zweifeln. Leider zieht sich dieses Hin und Her so lange, dass ich mir irgendwann wie in einer Dauerschleife vorkam.

In der 2. Hälfte kommen dann jedoch Dinge ans Tageslicht die ich so nicht erwartet hätte. Die Geschichte gewinnt erheblich an Spannung und Fahrt.

Der neue Mitschüler Blake (von Daemon auch „Biff“, „Bill“, „Bob“, „Bilbo“ oder „Vollpfosten“ genannt) übernimmt eine wichtige Rolle. Jedoch ist nicht sicher, ob man ihm trauen kann. Daemon traut ihm nicht und Katy weiß am Ende überhaupt nicht mehr wem sie noch trauen kann oder soll.

Es werden Antworten auf alte Fragen gegeben und viele neue Fragen entstehen. Das VM spielt eine größere Rolle als im 1. Teil und auch die Rollen von Daemons verschwundenem Bruder Dawson und seiner Freundin Bethany ergeben einen wichtigen Teil.

Leider kommt Dee sehr wenig vor. Sie ist mir im 1. Teil sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe, dass die im 3. Teil dann wieder eine stärkere Präsenz hat.

Zum Ende gab es noch mal ein paar Wendungen der Geschichte, die mich wirklich überrascht haben. Durch die letzten Kapitel bin ich dann einfach nur noch wie hypnotisiert durchgesegelt.

Das Ende der Story (also die letzten 1 ½ Seiten) habe mein Herz noch mal richtig zum glühen gebracht. Ich kann es kaum erwarten mit Opal zu beginnen!

Weil du lügst… jeder ist verdächtig

9783453419605_CoverTitel: Weil du lügst

Autorin: Sophie McKenzie

464 Seiten

9,99 € (Taschenbuch)

3.5 Stars (3,5 / 5)

Emily und Jed sind glücklich verlobt und verbringen ihren Urlaub mit Jeds Kindern Lish und Dee Dee auf Korsika. Als Dee Dee eines Abends über Kopfschmerzen klagt, gibt Emily ihr eine Schmerztablette. Am nächsten Morgen ist Dee Dee tot. Vergiftet. Kurz darauf erhält Emily eine SMS: Das Gift war für sie bestimmt. Ein mörderisches Spiel um Lüge und Verrat beginnt …

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Rezi:  Das Buch ist in 5 Teile aufgeteilt und zu Anfang jedes Teils wird in die Vergangenheit von Emily und ihren Geschwister geschwenkt. Dies geschieht meist aus der Sicht von Rose, Emilys großer Schwester. Ebenso tauchen in den einzelnen Kapiteln immer wieder Tagebucheinträge von Dee Dee auf. Dem Leser wird in kleinen Häppchen Infos geliefert, die nach und nach das Geschehene begreifbarer macht. Es lässt einen zum einen die einzelnen Charaktere besser kennen lernen und zum anderen bekommt man ein Gefühl für die Beziehungen der Protagonisten untereinander. Besonders interessant fand ich die Beziehung zwischen Emily und Jed, die sich alleine durch verändern des Blickwinkels für mich ganz anders dargestellt hat wie zu Anfang der Geschichte. Überhaupt hat die Autorin es wunderbar geschafft Scheinbilder aufzubauen. Ebenso lässt sie natürlich auch immer wieder gezielt kleine Bomben platzen. Ich hatte dadurch ständig jemand anderen im Verdacht Dee Dee ermordet zu haben. Bis zum Ende war wohl jeder mal mindestens für einen Moment verdächtig.

Gerade der letzte Teil (5) hat mir so richtig gut gefallen. Die Handlungen wurden noch mal beschleunigt und die Spannung gut gehalten. Auch das Finale war für meinen Geschmack gut gemacht.

Zum Schluss noch eine Anmerkung: Mir ist sofort aufgefallen, dass das Buch in der Gegenwart geschrieben ist. Normalerweise lese ich ein Buch einfach und nehme dabei zwar die Zeitform wahr, jedoch haftet meine Aufmerksamkeit nicht daran. Bei Weil du lügst… war das anders… Ich habe mich oft dabei erwischt, wie ich die Sätze automatisch in der Vergangenheitsform gelesen habe. „Am Montagmorgen lässt Jed mich schlafen, als er zur Arbeit geht“ → „Am Montagmorgen ließ Jed mich schlafen, als er zur Arbeit ging.“ Ich weiß nicht woran das lag, aber das hat mich ein kleines bisschen in meinem Lesefluss gestört.

Fazit: Ein leichter Thriller, der gut unterhält.

 

Absolut Unvorhersehbar und Spannend bis zur Letzten Seite

Titel: Die Alchimistin

Autor: Kai Meyer

463 Seiten (+ Specials, insgesamt 510 Seiten)

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

4.5 Stars (4,5 / 5)

 

In einem Schloss, mitten in der Ostsee, wächst Aura Institoris zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Bruder auf. Auras Vater, der Alchimist Nestor Institoris, lebt zurückgezogen von seiner Familie um sich ganz seiner Forschung nach der Unsterblichkeit hingeben zu können. Als Auras Mutter den  17-Jährigen Christopher adoptiert beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Christopher wird von Nestor in den Grundzügen der Alchemie unterrichtet. Doch kurz darauf wird Auras Vater durch einen Auftragskiller von seinem Erzfeind getötet. Aura verliebt sich in den Mörder, Gillian, dessen zweiter Auftrag es ist, auch Aura zu töten. Als Gillian sich gegen seinen Auftraggeber stellt, geraten die beiden in einen schon jahrhunderterlang andauernden Krieg zwischen Unsterblichen. Die verstörenden und brutalen Methoden der Alchimisten Unsterblichkeit zu erlangen, stellen Aura und Gillian immer wieder vor eine Herausforderung.

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Die Handlung des Buches kurz zusammenzufassen ist in diesem Fall sehr viel komplizierter als gedacht. Die Geschichte ist so verworren, mysteriös und düster, dass man kaum genug sagen kann um Interesse zu wecken, ohne dabei zu spoilern.  Die Charaktere sind auf ihre Art außergewöhnlich und einzigartig. Zum Beispiel Gillian, der Hermaphrodit oder Christopher, der langsam dem „Bösen“ verfällt, sind nur ein paar der wirklich gut gelungenen und glaubwürdigen Personen in „Die Alchimistin“. Die Erzähl-Perspektive wechselt öfter zwischen Aura, Christopher und Gillian. Dabei überschneiden sich die Handlungsstränge auch oft und es bleibt durchgehend unglaublich spannend und abwechslungsreich. Die Praktiken der Alchimisten sind oft grausam, brutal und abstoßend, was dem Buch einen gewissen Reiz gibt. Immer wieder ist man schockiert über verstörende Enthüllungen und Vorgehensweisen der Alchimisten. Die Handlung bleibt von Anfang bis Ende unvorhersehbar. Zu keinem Zeitpunkt bekommt man einen Verdacht darauf, welche Geheimisse ans Licht kommen oder wie sich Charaktere verändern könnten, wodurch die Geschichte nie an Spannung verliert. Sehr spannend sind auch die kleineren Rätsel, die Aura im Laufe der Geschichte begegnen und zu denen sie versucht eine Lösung zu finden. Auch hier versucht man als Leser angestrengt die Rätsel zu durchschauen, dessen Auflösungen meist genauso unerwartet sind, wie der Verlauf der Geschichte.

„Die Alchimistin“ ist der erste Teil einer Trilogie. Da mir das Buch in sich sehr abgeschlossen vorkam, bin ich sehr gespannt, den zweiten Teil bald zu lesen, weil ich mir absolut nicht vorstellen kann, wie die Geschichte weitergehen könnte.

Die zusätzlichen Texte am Ende des Buches über die Entstehung des Romans, Alchimie in der Literatur und das Theatre du Grand Guignol (ein Schauplatz in der Geschichte) sind sehr interessant und geben nochmal einen genaueren Einblick in die Entstehung der Charaktere und der Handlung, sowie in die Herkunft der Mythen in der Alchemie. Es ist ein schöner Abschluss des Buches, indem die Basis erklärt wird, auf der der Roman aufbaut.

Spirituelles Abenteuer im Herzen Indiens

Titel: Shantaram

Autor: Gregory David Roberts

1088 Seiten

Preis: 12,99€

5 Stars (5 / 5)

 

Heroinabhängigkeit, bewaffneter Raubüberfall und Verurteilung zu 19 Jahren Haft, die nie vollständig abgesessen wurden, führen in zu seinem neuen Leben in der Ferne. In seinem autobiografischen Roman „Shantaram“ erzählt Gregory David Roberts von seinem wilden Leben auf der Flucht. Nachdem Roberts nur zwei Jahre seiner Strafe in einem australischen Gefängnis abgesessen hat, flieht er und begibt sich, unter dem Namen Lindsay, nach Indien. Dort beginnt ein neuer Abschnitt für ihn. Aber auch hier hat er es alles andere als leicht. Als Fremder in einem unbekannten Land ist er vollständig auf sich alleine gestellt. Glücklicherweise lernt er den Inder Prabaker kennen, der ihm schnell ein guter Freund wird. Prabaker zeigt Lin all die schönen Seiten von seiner neuen Heimat, aber auch vor Armut und Krankheit schreckt er nicht zurück. Als Lin selbst ein Bewohner des Slums wird beschließt er den Menschen zu helfen und kümmert sich um eine medizinische Versorgung vor Ort. Freundschaften werden geschlossen und Lin beginnt seine neue Heimat aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen. Doch auch in Indien scheint das Verbrechen ihn zu finden und Lin lässt sich mit einem einflussreichen Mafiaboss ein, wird  Teil des Schwarzmarkts und begibt sich in gefährliches Terrain. Erst zu spät merkt er, dass er sein Handeln schwer bezahlen wird.

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Manchmal liest man ein Buch und spürt, wie dieses Buch einen selbst verändert, wie es Vorstellungen, Gedanken und Wünsche entstehen lässt und wie man danach einen anderen Blick auf die Welt hat. So ein Buch ist Shantaram. Die Lebensgeschichte von Gregory David Roberts, oder eher von Lin in diesem Fall, ist absolut beeindruckend. Das Buch beginnt mit Lins Ankunft in Bombay, doch auch die vorherige Zeit im Gefängnis und der Ausbruch werden in Rückblicken, die sich durch das gesamte Buch ziehen, geschildert. Durch Prabaker werden Lin und auch dem Leser völlig neue Perspektiven eröffnet, die sehr viel über das Leben in Armut aus der Sicht eines Slumbewohners aussagen. Man lernt viel über eine Kultur, die sich doch sehr stark von unseren westlichen Kulturen unterscheidet. Auch der Sprache wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Lin lernt während seines Aufenthaltes in Indien Hindi und Marathi. Hindi wird in ganz Indien gesprochen, während Marathi eine regionale Sprache ist, die sich auf den Bundesstaat Maharashtra begrenzt. Sobald in dem Buch in einer der Sprachen gesprochen wird, steht die Übersetzung sofort hinter dem Satz. Es erleichtert das Lesen sehr, zu verstehen, was gesagt wird, ohne in den Fußnoten oder im Anhang nach einer Übersetzung suchen zu müssen, wie es oft in anderen Büchern der Fall ist. Auch die Charaktere wachsen einem stark ans Herz, vor allem Prabaker mit seiner lebensfrohen, sympathischen Ausstrahlung hat es mir angetan.

Da das Buch doch sehr lang und im Grunde „nur“ eine Aneinanderreihung von Ereignissen aus Lins Leben ist, erschien es hauptsächlich zum Ende hin sehr schleppend. Zum Schluss werden allerdings nochmal alle Handlungsstränge aufgegriffen und versteckte Verbindungen aufgedeckt, was mir sehr gut gefallen hat, weil es das gesamte Buch nochmal abrundet. Vor allem die Anfangszeit in Bombay war sehr interessant, lehrreich und prägend, doch nachdem Lin sich wieder dem Verbrechen zugewendet hat, konnte ich mich selbst weniger mit seinen Gedankengängen und Problemen identifizieren. Trotzdem wurden auch im zweiten Teil der Geschichte tiefgehende Themen, wie zum Beispiel die Definition von gutem und bösem Handeln, besprochen, sodass es auch da auf keinen Fall an philosophischer Tiefe gefehlt hätte.

Während man Shantaram liest, möchte man am liebsten sofort selbst nach Indien aufbrechen und dieses wundervolle Land in all seinen Facetten erleben. Es ist eine einmalige Geschichte über die Bedeutung von Liebe, Vertrauen, Familie, Freundschaft, Vergebung und Freiheit. Man bekommt ein Verständnis davon, was die Welt zusammen hält und wie man mit seinen Mitmenschen umgehen sollte. Während des Lesens wird einem richtig bewusst, was uns wichtig im Leben sein sollte und wie jeder vielleicht ein etwas besserer Mensch sein könnte.

 

Hier nochmal eine kleine Inhaltsangabe vom Autor selbst 🙂

Royaler Bad Boy trifft schüchternes bürgerliches Mädchen

9783734102837_CoverTitel: Royal Passion

Autorin: Geneva Lee

448 Seiten

Preis: 12,99 € (Broschiert)

2.7 Stars (2,7 / 5)

Auf ihrer Abschlussfeier an der Oxford University trifft Clara Bishop auf einen attraktiven Fremden. Ohne Vorwarnung zieht er sie an sich, küsst sie leidenschaftlich und verschwindet. Clara hat keine Ahnung, wer der Unbekannte ist – bis ein Bild von ihnen beiden in der Zeitung auftaucht: Ihr heißer Flirt ist Prinz Alexander von Cambridge, Thronfolger von England, königlicher Bad Boy …

Dieser Mann ist gefährlich, in ihm lauern Abgründe, die Clara ins Verderben stürzen können. Ist Clara dieser magischen Anziehungskraft gewachsen?

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Rezi: Wer Bücher wie „Shades of Grey“ mag, wird mit diesem Roman auf seine Kosten kommen. Die Parallelen zu „Shades of Grey“ waren für meinen Geschmack etwas zu groß. Es ist die gleiche Schiene… Reicher und gut aussehender Bad Boy mit Machtkomplex und psychischem Problem begegnet einer eher schüchternen, aber eifrigen Ex-Studentin, die sich selbst noch nicht wirklich gefunden hat und ist ihr sofort mit jeder Faser seines Körpers verfallen. Die Geschichte an sich ist eigentlich ganz schön! Das bürgerliche Mädchen und der Prinz… zum greifen nah und doch so unerreichbar… Jedoch wird meiner Meinung nach die Handlung von den Sex-Szenen total überschattet. Keine noch so kleine Szene kommt ohne das Wort f***** aus!

Mit derben Worten ausgearbeitet, abwechslungsreich und fantasievoll! So hätte ich mir das auch für den Rest vom Buch gewünscht!

Clara ging mir teilweise wirklich auf die Nerven. Ihre Gedanken und Handlungen wiederholen sich und gerade wenn ich dachte, sie hat die Kurve bekommen und die Geschichte wendet sich, fällt sie in ihre gewohnten Muster zurück. Alexander umgibt eine dunkle Aura, die in der Geschichte auch immer wieder zum Thema wird. Er ist aber auch charmant und gut aussehend, verboten sexy und – nicht zu vergessen – Prinz!

Die Beziehung der beiden schafft es aber einfach nicht an Tiefe zu gewinnen, da immer wenn es dazu kommen könnte, oberflächlicher Sex folgt. Die royale Familie um Alexander trägt ebenfalls nicht zum erblühen dieser Beziehung bei. Die meisten Charaktere wirkten mir hier noch zu blass.

Ich hoffe in Band 2 auf mehr Infos und das sie sich einfach noch formen. Man lernt zum Beispiel Edward kennen. Von ihm würde ich wirklich gerne noch mehr erfahren.

Am Ende bleiben dann doch ein paar Fragen offen! Band 2 wird diese sicherlich beantworten und auch wenn ich für dieses „Werk“ nur 2,7 Sterne vergebe, bin ich doch irgendwie neugierig wie es weitergeht.