Kategorie: Isa

Intrigen, Zickenkrieg und Streit um die vier Prinzen

die-vierte-braut-730x1030Titel: Die vierte Braut

Autorin: Julianna Grohe

341 Seiten

Preis: 14,90€

4 Stars (4 / 5)

 

Die vier Prinzen von Wondringham Castle sind auf der Suche nach ihrer zukünftigen Ehefrauen. Dazu werden adelige Mädchen aus dem ganzen Land zum Schloss geladen, um an einer Brautschau teilzunehmen. Dort müssen sie sich unzähligen Aufgaben und Tests stellen, während sie das Herz eines Prinzen erobern. Auch die Gouvernante Mayrin Barnaby wird durch Zufall zum Schloss eingeladen, obwohl sie gar kein Interesse an einem der Prinzen hat. Eigentlich möchte sie sofort wieder abreisen, um bei ihren beiden kleinen Geschwistern zu bleiben, die niemanden außer Mayrin mehr haben.  Als sie dem Hauptmann des Schlosses bei einem nächtlichen Fluchtversuch begegnet  überredet dieser sie, zu bleiben. So beginnt für Mayrin eine mehr als aufregende Zeit in Wondringham Castle. Sie ist Teil eines Konkurrenzkampfes, zu dem sie kein Bezug hat, muss sich immer wieder mit anstrengenden Mitstreiterinnen rumschlagen und sich vor den Prinzen von ihrer besten Seite präsentieren. Aber kann sie sich am Ende gegen ihre Konkurrenz behaupten und einen der Prinzen für sich gewinnen?

Die Geschichte beginnt mit „Eigentlich war das mit Cinderella ganz anders“. Natürlich hatte ich dann schon einige Erwartungen und hab mir eine Art modernes Märchen im Aschenputtel-Stil vorgestellt. Allerdings hat die Geschichte meiner Meinung nach sehr wenig mit dem Märchen von Aschenputtel zu tun. Wer nach einer bösen Stiefmutter, guten Feen und einem verlorenen Schuh Ausschau hält wird bitter enttäuscht werden. Trotzdem ist es eine zauberhafte Liebesgeschichte, die einen nicht mehr loslässt.

Es bestehen zwar große Parallelen zu der Selection-Reihe, aber der größte Unterschied ist wohl, dass die Bewerberinnen um vier statt nur um einen Prinzen kämpfen müssen. Die Prinzen selbst stehen in Mayrins Erzählungen allerdings oft im Hintergrund und man erfährt erst sehr spät in der Geschichte Merkmale und Charakterschwächen der einzelnen Prinzen. Ihre Namen, Alexander, Byron, Caiden und Dairon, die alphabetisch nach dem ältesten Prinzen geordnet sind, sind vor allem für die ersten Kapitel sehr hilfreich, da man stets einen Anhaltspunkt hat um welchen Prinz es sich gerade handelt und man sich leichter das Alter der Prinzen merken kann.

Sehr gelungen war auch die realistische Darstellung verschiedener Körpertypen, unterschiedlichen Arten von Schönheit und die Akzeptanz von kleineren Imperfektionen,. So hatte Kronprinz Alexander zum Beispiel schütteres Haar oder Prinz Byron ein kleines Bäuchlein. Zu lesen, dass auch Prinzen nicht immer perfekt sind, macht die Geschichte viel lebensnaher und realistischer.

Auch das Mayrin nicht von Anfang an offensichtlich von einem der Prinzen bevorzugt wird hält die Geschichte spannend und man fiebert bei jeder Entscheidung mit, ob sie weiter im Rennen um die Prinzen bleiben darf, oder ob sie nach Hause geschickt wird.

„Die vierte Braut“ ist ein wirklich schönes, romantisches, lustiges und spannendes Buch, dass ich jedem empfehlen kann, der gerne märchenhafte Geschichten liest.

Piraten-Abenteuer und die Große Liebe

ein-hauch-von-schicksalTitel: Ein Hauch von Schicksal

Autorin: Lara Wegner

259 Seiten

12,90€

3.5 Stars (3,5 / 5)

Nachdem ihre gesamte Familie bei einem Flugzeugabsturz umgekommen ist, wünscht sich Grace Rivers nichts sehnlicher als irgendwo anders als in ihrem eigenen Leben zu sein. Als sie den verlorengeglaubten Familien-Talisman findet, dem nachgesagt wird, er habe die Macht Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen, wird Grace ins 17. Jahrhundert versetzt. Sie selbst glaubt erst gar nicht, dass dieses alte Erbstück sie wirklich in der Zeit hat reisen lassen. Doch bald wird ihr klar, dass das ihr neues Leben ist, in dem sie sich zu Recht  finden muss. Hinzu kommt noch, dass sie den Freibeuter Rhys Tyler heiraten muss, um vor davor bewahrt zu werden auf dem Scheiterhaufen als Hexe verbrannt zu werden. Niemals hätte Grace erwartet in Rhys die Liebe ihres Lebens zu finden. Auf der Überfahrt von London nach Barbados wird das frisch gebackene Ehepaar allerdings von Piraten überfallen und gelangen in die Hände eines grausamen Plantagenbesitzers, der den Willen der beiden brechen will. Kann ihre junge Liebe die willkürliche Gewalt dieses Wahnsinnigen überleben?

Zuerst ist mir dieses wunderschöne Cover an dem Buch aufgefallen, aber das ist ja schon fast typisch für ein im Drachenmond Verlag erschienenes Buch. Kein anderer Verlag hat so schöne Cover und so  hübsch verzierte Seiten. Auch bei diesem Buch war auf jeder zweiten Seite ein Kompass in der linken oberen Ecke, der meiner Meinung nach sehr gut zu dem ganzen Piraten-Thema passt. Die Idee und das Setting des Buches finde ich an sich schon sehr interessant und abwechslungsreich.

Obwohl man am Anfang sofort in die Geschichte geworfen wird, findet man sich gut in der Handlung zurecht. Schon nach den ersten paar Seiten ist Grace bereits in der Vergangenheit und muss sich ihrem neuen Leben stellen. Das tut sie auf eine unheimlich sympathische, nachvollziehbare und realistische Weise, indem sie ganz natürlich auf die Eigenarten der damaligen Gesellschaft reagiert. Doch auch gerade diese Differenz zwischen Graces Verhalten und das ihrer Umgebung ist ab und zu eher unangenehm zu lesen und ein bisschen fremdschämend. Da das Buch aus Graces Perspektive geschrieben ist, kann man super gut ihren Gedanken folgen, die immer schlüssig und den Situationen angepasst sind, weswegen man sich gut mit ihr identifizieren kann.

Rhys hingegen erfüllt jedes Klischee des mysteriösen, gutaussehenden, leidenschaftlichen und harten Mannes. Auch wenn er ihr anfangs nicht sehr viel Aufmerksamkeit schenkt, schlägt das doch sehr plötzlich um und es folgt eine Sex-Szene nach der anderen. Die Sex-Szenen sind gut geschrieben, was gerade bei der Art von Handlung normalerweise relativ selten ist, weil es nur ein sehr dünner Grad zwischen „angenehm zu lesen“ und „irgendwie billig und komisch klingend“ gibt. Aber trotzdem war es meinem Geschmack ach zu häufig. Gerade am Beginn ihrer Ehe hat man das Gefühl, Rhys und Grace können einfach nicht aufeinander treffen ohne miteinander zu schlafen. Deswegen war ich auch sehr überrascht, dass Grace in Rhys plötzlich ihre große Liebe und ihren Seelenverwandten sieht, obwohl ihre Beziehung eigentlich rein körperlich ist. Die Ehe von den beiden und auch Rhys Verhalten gegenüber Grace entspringt eher einer romantischen Traumwelt, als dass es sehr realitätsnahe ist, was natürlich auch mal schön zu lesen ist, aber einen Charakter mit Ecken und Kanten findet man in Rhys auf jeden Fall nicht.

Die Handlung des Buches ist sehr schnelllebig, es folgt ein Ereignis nach dem anderen, wodurch die Geschichte nie langweilig oder schleppend wird. An einigen Stellen hätte es der Handlung allerdings gut getan, etwas weiter ausgeschmückt zu werden und detaillierter geschildert zu werden.  Außerdem hatte ich den Eindruck, dass jede Situation zu der kein passender Ausgang gefunden wurde, damit gelöst wurde, dass Grace ohnmächtig wird. Es ist kaum zu fassen, wie oft eine einzelne Person in knapp 250 Seiten das Bewusstsein verlieren kann.

Auch einige Ereignisse, die die Geschichte voran bringen und etwas Drama entstehen lassen sollten, waren unnachvollziehbar und lediglich Mittel zum Zweck.

Ich empfehle das Buch jedem, der etwas Entspannendes, Unterhaltendes für Zwischendurch sucht. Die 259 Seiten lassen sich schnell und flüssig lesen. Auch Fans von Fluch der Karibik, finden hier viel wieder was ihnen gefallen könnte. Es erinnert schon einiges an die Filme und ich habe auch die Vermutung dass der Titel „Ein Hauch von Schicksal“ aus dem zweiten Teil stammt. Mir hat das Buch wirklich gut gefallen, es war spannend Grace auf ihrer Reise in die Vergangenheit zu begleiten.

Dornröschen aus einer ganz neuen Perspektive

81Wyz8cOveLTitel: Sommer hinter Dornen

Autor: Regina Meißner

79 Seiten

Preis: 1,49€ (eBook)

          5,99€ (Taschenbuch)

3.5 Stars (3,5 / 5)

 

In einem verwunschenen Schloss, umgeben von einer undurchdringbaren Dornenhecke liegt ein Schloss, dessen Bewohner sich seit vielen Jahren in einem tiefen Schlaf befinden. Auch die Prinzessin des Schlosses schläft und nur der Kuss eines Prinzen kann sie und das gesamte Schloss  aufwecken. Als Prinz Cedric sich dazu entschließt den gefährlichen Weg hinter die Dornenhecke zu wagen, wendet er sich an das Nächtliche Siegel, ein Zusammenschluss von Kriegern, um sie um Hilfe zu bitten. Doch entgegen Cedrics Erwartungen wird ihm kein kräftiger Krieger zugeteilt, sondern die zierliche Aria. Zusammen machen sie sich auf den Weg, den Fluch, der das Schloss befallen hat, zu brechen.

Diese ganz neue Version von Dornröschen erzählt die Geschichte aus einer völlig anderen Sicht. Der Kontrast zwischen dem veralteten Märchen und der Neuerzählung, wird vor allem deutlich wenn man die selbstständige Badass-Aira mit der schlafenden Prinzessin vergleicht, die auf ihre Rettung wartet. Aira ist eine starke Kriegerin, die auf niemandes Hilfe angewiesen ist. Deswegen läuft die erste Begegnung zwischen ihr und Cedric auch nicht sehr positiv ab. Cedric wirkt zu Beginn erstmal eher unselbstständig und muss sich von Aira sagen lassen, wo es lang geht. Im Laufe der Geschichte beweist auch Cedric, dass er Köpfchen hat und lange nicht der verwöhnte Königssohn ist, für den man ihn anfangs hält. Zu lesen, wie sich die anfängliche Abneigung in Respekt, Freundschaft und letztendlich zu Liebe entwickelt ist super interessant.

Allerdings behandelt die Geschichte viel zu wenig von dieser Entwicklung, da sie doch sehr kurz ist. Mein einziger Kritikpunkt an dem Buch ist allein, dass die Idee zu der Geschichte sehr viel mehr Seiten verdient hätte. Man steigt zwar am Anfang durch die Kürze auch schnell in die Handlung ein, was ich immer sehr gut finde. Aber gerade wenn es um zum Beispiel die Strukturen des Nächtlichen Siegels geht, oder um die Aufträge, die Aira vorher bereits übernommen hat, wären etwas ausschweifendere Erzählungen wirklich spannend. Auch die Übergänge zwischen Airas und Cedrics Abenteuern wurden durch die Kürze des Buches sehr vernachlässigt.

Trotzdem hat gerade dieser Faktor, dass der Leser eben nicht alles bis ins kleinste Detail weiß, seinen Charme. So fühlt man sich beim Lesen eher, als würde man durch ein winziges Fensterloch in eine Welt schauen, die noch so viel mehr zu bieten hat. Ich persönlich finde es immer toll, die Möglichkeit zu haben, mir ausdenken zu können, welche Abenteuer alles im Hintergrund oder parallel zu der Geschichte, passieren könnten.

Der Fokus auf den Erlebnissen des Prinzen, der versucht die Prinzessin zu retten ist ein ganz anderer Ansatz, als das eigentliche Märchen verfolgt. Diese Seite, die man vorher nie gesehen hat, rückt die ganze Geschichte auf einmal in ein anderes Licht und man beginnt die Zweifel des Prinzen zu teilen und mit ihm mitzufiebern auf seiner Reise.

Ich empfehle das Buch jedem Märchenliebhaber und Freunden von eher kurzen Geschichten. Die knapp 80 Seiten lassen sich schnell und flüssig in einem Rutsch lesen. Auch für genug Abenteuer und Romantik ist ausreichend gesorgt. Ich würde am liebsten niemals aufhören zu lesen, was Aira und Cedric alles zusammen erleben, weil die beiden Charaktere sind, die man sofort ins Herz schließt als Leser.

Dein Körper gehört jetzt Prime Detinations, du hast keine Rechte mehr!

starters-germanTitel: Starters

Autorin: Lissa Price

Preis: 15,99€ (Hardcover)

          9,99€ (Taschenbuch)

398 Seiten

4.2 Stars (4,2 / 5)

 

Durch den Sporenkrieg haben nur ganz alte oder ganz junge Menschen überlebt. Während die Alten, die Enders, in Reichtum und Wohlstand leben, müssen sich die Jungen, die Starters, mit einem Leben in Armut auf der Straße abfinden.  Doch die Firma Prime Destinations bietet einen Ausweg: Gegen eine hohe Geldsumme vermieten die Starters ihre Körper an die Enders. Diese übertragen ihr Bewusstsein in den Starters-Körper und können so sich nochmal richtig jung fühlen. Um Geld für ihren kleinen, kranken Bruder zu besorgen, meldet sich Callie bei der Body Bank. Allerdings läuft während ihres Einsatzes etwas schief und auf einmal findet sie sich in einem fremden, sehr luxuriösen Leben wieder. Mit der Zeit wird ihr klar, dass ihre Mieterin Helena, mit der sie immer noch kommunizieren kann, einen schrecklichen Plan verfolgte, den Callie unbedingt verhindern muss.

Die Idee der Geschichte fand ich von Anfang an super interessant. Post-apokalyptisch, dystopisch und gesellschaftskritische Bücher bekommen einfach sofort meine Aufmerksamkeit. Man wird direkt in die Geschichte geworfen und weiß zuerst gar nicht was passiert. Es tauchen so viele Fragen auf, wie „Was sind Enders?“, „Wer ist die/der Protagonist/in?“, „Wo befinden wir uns und was hat die Hauptperson vor?“, die im Laufe der nächsten Kapitel beantwortet werden. Das Schicksal von Callie und ihrem kleinen Bruder Tyler zerreißt einem fast das Herz. Sie besitzen quasi nichts mehr, außer sich selbst und zu lesen wie aufopferungsvoll Callie sich um Tyler kümmert ist wunderschön, aber auch wirklich traurig. Wenn man dann noch den riesigen Wohlstandskontrast zwischen Starters und Enders betrachtet, ist es einfach nicht fair, wieso so junge Menschen schon ein so schweres Leben haben müssen. Das Buch ist aus Callies Sicht geschrieben, was besonders dann interessant ist, wenn sie nach oder während einer Körperübernahme aufwacht und sich der Leser, genau wie sie, fragen muss wo sie sich befindet und was in der Zeit passiert ist, als jemand anderes ihren Körper gesteuert hat. Auch das Rätsel um Prime Destinations und Helenas Geheimnis bleiben dadurch undurchschaubar und spannend. Der technische Fortschritt in Starters ist beängstigend und man fragt sich , ob unsere Gesellschaft darauf zutreibt Menschen Chips zu implantieren oder sich andere gruselige Dinge auszudenken. Der Leiter von Prime Destinations, der Old Man, ist ein ganz außergewöhnlicher Bösewicht, der unheimlich faszinierend und abstoßend zugleich ist. Gegen Ende passiert noch einmal eine absolut überraschende Wendung der Geschichte, die mich wirklich erschüttert hat.

Ich empfehle das Buch jedem, der schon Seelen (von Stephanie Meyer) mochte, denn die Grundidee ist relativ gleich. Aber auch Fans von Endzeit-Romanen werden an Starters ihren Spaß haben. Ich hab das Buch in einem Tag verschlungen, weil es sich so flüssig und schnell lesen lässt. Außerdem gibt es keine Abschnitte, in denen die Handlung etwas träger wird, sondern es bleibt durchgehend spannend.

Mitreißendes Fantasy Abenteuer in einer fremden Welt

Cover-neu-klein-188x300Titel: Der Stern von Erui – Heimkehr

Autorin: Sylvia Rieß

499 Seiten

Preis: 1,99€ (eBook)

           17€ (Taschenbuch)

4 Stars (4 / 5)

 Watch movie online John Wick: Chapter 2 (2017)

Mit 14 Jahren ist Fenia spurlos verschwunden. Als sie 4 Jahre später wieder auftaucht, können Freunde, Familie und Polizei nur rätseln wo sie gewesen und was ihr zugestoßen ist, denn sie selbst behauptet keine Erinnerung mehr zu haben. Doch in Wirklichkeit erzählt sie nichts, weil niemand ihr glauben würde, wo sie war. Sie verbrachte die letzten Jahre in Erui, eine Welt, welche neben unserer existiert, und in der noch Magie herrscht. In Erui leben unter anderem Feen, Elfen, Einhörner, Drachen und Kobolde. Aber Erui ist in Gefahr von den Schatten eingenommen zu werden. Die Yar’Ukhtairi, die Schattenkrieger, sind Fenia gefolgt und bedrohen sie und ihre Freunde. Um sich selbst, ihre Liebsten und Erui zu retten muss Fenia zurückkehren. Aber nicht nur Fenia geht durch die Nebel zurück nach Erui, sondern auch einige andere Personen, die unfreiwillig die Grenze überschreiten.

Am Anfang des Buches werden sehr viele Fragen beim Leser aufgeworfen. Vor allem Fenias Vergangenheit ist lange ein großes Mysterium, welches erst im Laufe der Geschichte durch viele und teils sehr lange Rückblicke aufgeklärt wird. Durch die Unklarheit, was Fenia eigentlich passiert ist, möchte man das Buch gar nicht beiseitelegen und das Geheimnis schnell enthüllen. Ein Großteil des Geschehens spielt in der Vergangenheit und so wird eine Verbindung zwischen Fenias erstem Aufenthalt in Erui und ihrer Rückkehr erstellt. Zu Beginn der Geschichte wechselt die Erzähl- Perspektive zwischen Fenia und Dave, einem Familienvater in seinen 40ern. Anfangs ist nicht klar, wie die beiden zusammenhängen, aber zu sehen, wie sich ihre Schicksale verweben ist wirklich  interessant. Nachdem die Charaktere durch die Nebel nach Erui gebracht wurden, ergeben sich noch sehr viel mehr Handlungsstränge, da nicht alle am gleichen Ort auftauchen. Einerseits wird dadurch die wundervolle Vielfalt von Erui dargestellt, aber es ist auch nicht leicht als Leser den Überblick über die Personen zu behalten. Eine große Hilfe dabei ist die Liste der Charaktere mit Kurzbeschreibungen, die auf den ersten Seiten des Buches zu finden ist. Auch die Karte von Erui ist wirklich toll und besonders die interaktive Version der Karte, die im Internet zu finden ist, ist eine schöne Idee, die ich vorher so noch nicht gesehen habe.  Die Geschichte lebt vor allem von den vielen Zeitsprüngen und Erzählungen, die oft erst im Nachhinein mit den Charakteren verknüpft werden. Dabei bleiben die Aufklärungen für den Leser immer unvorhersehbar und spannend. Das Buch endet sehr überraschend, mitten in der Geschichte und kein Handlungsstrang wurde komplett abgeschlossen. Einige Charaktere wurden zuletzt bereits nach der Hälfte des Buches erwähnt, was ich sehr schade finde, da man bei ihnen absolut nicht weiß, wie ihre Erlebnisse in Erui weitergingen.

Ich kann das Buch jedem Fan von High-Fantasy Romanen empfehlen. Ich war durchgehend positiv überrascht von der Geschichte. Die Magie von Erui zieht den Leser in einen Bann. Durch die große Vielfalt an mystischen Wesen und atemberaubender Landschaft, wird es nie langweilig. Der zweite Teil „Der Stern von Erui – Schattenkriege“ steht jetzt auf jeden Fall auf meiner Wunschliste und ich kann es kaum erwarten zu sehen, wie die Geschichte weitergeht.

Unsterblichkeit – Fluch oder Segen?

Titel: Die Unglückseligen

Autorin: Thea Dorn

552 Seiten

24,99€

4 Stars (4 / 5)

 

Die Molekularbiologin Johanna Mawet forscht an der Unsterblichkeit von Zellen durch artübergreifende Genetik. Während ihrem Forschungsaufenthalt in den USA trifft sie auf einem mysteriösen, sonderbaren und verwirrt wirkenden Mann. Schon bald kommt Johanna hinter sein Geheimnis: Der Fremde ist niemand geringeres als Johann Wilhelm Ritter, ein deutscher Wissenschaftler, der 1776 geboren wurde. Ritter könnte der Schlüssel zu Johannas Forschung sein. Um zu verstehen, was Ritter unsterblich macht, lässt sie seine DNA von ihren amerikanischen Kollegen sequenzieren. Als diese anfangen misstrauisch zu werden, bleibt Johanna und Ritter nur die Flucht zurück nach Deutschland um dort das Geheimnis um Ritters Alter zu lüften.

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Die Thematik rund um die Forschung an der Unsterblichkeit finde ich persönlich unheimlich interessant und wünschenswert. Die biologischen Fakten, die in dem Buch angeführt werden, über die Sterblichkeit des Menschen und den Zerfall des Körpers, sind einerseits sehr spannend, aber auch beängstigend, weil sie einem in aller Deutlichkeit vor Augen führen, wie wir quasi jetzt schon anfangen zu sterben. Durch Johannas Arbeit bekommt der Leser einen Blick hinter die Kulissen der Forschung. Ein Grundverständnis von Englisch und einigen biologischen Fachwörtern wird vorausgesetzt, wenn man der Geschichte in allen Details folgen möchte.

Der Schreibstil ist anspruchsvoll aber trotzdem im Einzelnen an die Charaktere angepasst. Johanna spricht modernes Akademiker-Deutsch, was wirklich gut zu verstehen ist. Ritter und auch der Teufel, der gelegentlich auftaucht und den Leser direkt über das Geschehen anspricht, sprechen veraltetes Romantik-Deutsch, mit sehr stark ausgeschmückter Sprache. Manchmal verfallen beide ins Lyrische und aus dem Gesagten lässt sich leider kaum noch eine Bedeutung ziehen. Generell ist es ab und zu schwer zu verstehen, wer gerade spricht und auf was sich bezogen wird. Ritter schweift öfter mal ab und der Leser befindet sich ohne Vorwarnung in einem Rückblick aus seinem Leben oder in einem inneren Monolog Ritters, der nur schwer mit der Handlung des Buches in Verbindung gebracht werden kann. Manchmal ergaben Abschnitte des Buches beim ersten Lesen absolut kein Sinn für den Verlauf der Geschichte, und erschlossen sich erst im Nachhinein beim Weiterlesen. Besonders interessant ist die Form und die Gestaltung, in der die Geschichte erzählt wird. Es wird öfter auf verschiedene Medien zurückgegriffen wie Lieder, Ausschnitte aus Büchern, Comicblasen, eine Art Filmskript über das Geschehen, und viele, viele andere abwechslungsreiche Methoden.

Schon sehr lange bin ich auf der Suche nach einem „biologischen Sci-Fi-Roman“ und mein Wunsch wurde mir durch „Die Unglückseligen“ endlich erfüllt. Auch wenn die Sprache anfangs etwas abschreckend ist, sollte man sich auf keinen Fall davon beirren lassen. Der Roman vereint so viele spannende Bereiche der Biologie und der Forschung, die das Buch so lehrreich und interessant machen.

 

Meine Top 5 – Liebesgeschichten

Meine Top 5 Liebesgeschichten entspringen nicht unbedingt richtigen Liebesromanen, weil ich diese Art von Büchern eher selten lese. Stattdessen zeig ich euch hier Bücher aus verschiedenen Genres, in denen (neben der eigentlichen Handlung) wunderschöne Liebesgeschichten entstehen. Es war auch nicht leicht, fünf Paare rauszupicken aus der Maße an Liebesgeschichten die es gibt. Ich habe öfter meine Liste komplett umgewerfen müssen. Trotzdem bin ich echt zufrieden mit meinen finalen fünf und hoffe sie gefallen euch auch. 🙂

 

5. Engel und Joe  von Kai Hermann

Nachdem die 15-Jährige Joe ein weiteres Mal von ihr61j7IDjDEuL._AC_UL320_SR208,320_em Stiefvater misshandelt wurde läuft sie von Zuhause weg. Auf dem Berliner Alexanderplatz trifft sie den Punker Engel, in den sie sich quasi sofort verliebt. Gegenseitig geben sie sich die Kraft, auf der Straße zu überleben. Doch Engels Drogensucht und Joes Probleme mit ihrer Mutter überschatten die Beziehung immer öfter. Trotzdem schaffen sie es jedes Mal sich aufzurappeln und wieder zusammen zu finden. Die tragisch, schöne Beziehung zwischen Engel du Joe zieht einen total in seinen Bann und man kämpft sich mit den beiden durch jede Krise.

 

 

 

4. Das Schicksal ist ein Mieser Verräter  von John Green

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Ich denke, so ziemlich jeder hat schon von der tragischen Liebesgeschichte zwischen Hazel Grace und Augustus gehört/gelesen. Trotzdem fasse ich nochmal kurz zusammen um was es geht: Hazel und Gus lernen sich in einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten kennen. Sie verlieben sich in einander und obwohl sie wissen, dass ihnen unter Umständen nicht mehr allzu viel Zeit bleibt, leben sie wie ganz normale Teenager. Als Gus erfährt, dass es Hazels größter Traum ist ihren Lieblingsautor zu treffen, fliegen sie gemeinsam nach Amsterdam und verbringen dort die womöglich schönste Zeit ihres Lebens. Anfangs war ich ziemlich skeptisch gegenüber diesem Buch, da ich wie gesagt, Liebesgeschichten nicht besonders mag und ich auch an „Krebsgeschichten“ nicht wirklich Interesse habe. Aber „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ hat mich richtig geflasht. Ich kann nicht sagen, wann ich zum letzten Mal so stark geheult habe bei einem Buch, wie bei diesem.

 

 

3. Zorn und Morgenröte von Renée Ahdieh

zorn_und_morgenroeteJeden Tag heiratet der Kalif von Chorasan ein anderes Mädchen. Im Morgengrauen darauf lässt er sie hinrichten. Als Shahrzad ihre beste Freundin durch die Grausamkeit des Kalifen verliert, beschließt sie, ihn zu töten. Sie meldet sich freiwillig, des Kalifen nächste Braut zu werden. Doch je länger sie im Palast ist, erkennt sie, dass der Kalif nicht das Monster ist, für das sie ihn gehalten hatte und Shahrzads Entschluss den Kalifen zu töten, beginnt zu bröckeln. Die extremen Gegensätze in Shahrzads Gefühlen machen diese Liebesgeschichte so interessant und spannend zu lesen. Das Buch ist auf jeden Fall eines meiner Favoriten 2016. Wenn ihr nochmal genauer lesen wollt, was ich darüber denke, verlinke ich euch hier meine Rezi dazu.

 

 

2. Die Beschenkte  von Kristin Cashore9783551310095

Katsa ist eine Beschenkte, sie hat die Gabe des Tötens. Man erkennt Beschenkte an ihren Augen, die zwei unterschiedliche Farben haben. Als Katsa Bo, dem Prinzen von Lienied begegnet, weiß sie, dass auch er ein Beschenkter ist. Als sie zusammen in den Kampf gegen einen König mit einer grausamen Gabe ziehen, verlieben sich die beiden. In ihrer Welt herrscht nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen, was sie zu einem unheimlich realen und glaubwürdigen Paar machen. Durch Katsas Direktheit und Bos Gutmütigkeit sind einem beide schon als Einzelpersonen wirklich sympathisch und als Paar nur umso mehr.

 

 

1. Feuer und Stein  von Diana Gabaldon

Feuer_und_Stein_(Diana_Gabaldon,_2004)Als Claire im Schottland des 20. Jahrhunderts durch einen Steinkreis geht, findet sie sich 200 Jahre in die Vergangenheit geschleudert wieder. Schnell muss sie lernen, dass sie als Frau im Jahr 1743 anderen Gefahren ausgesetzt ist. Kurz nach ihrer Ankunft wird sie von einer Gruppe Hochlandschotten aufgegriffen, in der auch der junge Jamie unterwegs ist. Zu Claires Sicherheit wird sie gezwungen Jamie zu heiraten und erst als sie beginnen mehr Zeit miteinander zu verbringen, verlieben sie sich. Claire und Jamie sind für mich das ultimative Liebespaar. Ich kann mir keine Charaktere vorstellen, die besser zueinander passen. Die Highland-Saga, die mit „Feuer und Stein“ beginnt, ist meine absolute Lieblingsreihe. Es ist schwer zu erklären, wie mega gut diese Reihe ist, wenn man sie nicht gelesen hat. Ich kann nur jedem empfehlen den Büchern eine Chance zu geben. Auch die dazugehörige Serie „Outlander“ ist sehr spannend und nah an den Büchern (was ja wohl das wichtigste ist, bei so einer Verfilmung 😉 )

 

Absolut Unvorhersehbar und Spannend bis zur Letzten Seite

Titel: Die Alchimistin

Autor: Kai Meyer

463 Seiten (+ Specials, insgesamt 510 Seiten)

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

4.5 Stars (4,5 / 5)

 

In einem Schloss, mitten in der Ostsee, wächst Aura Institoris zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Bruder auf. Auras Vater, der Alchimist Nestor Institoris, lebt zurückgezogen von seiner Familie um sich ganz seiner Forschung nach der Unsterblichkeit hingeben zu können. Als Auras Mutter den  17-Jährigen Christopher adoptiert beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Christopher wird von Nestor in den Grundzügen der Alchemie unterrichtet. Doch kurz darauf wird Auras Vater durch einen Auftragskiller von seinem Erzfeind getötet. Aura verliebt sich in den Mörder, Gillian, dessen zweiter Auftrag es ist, auch Aura zu töten. Als Gillian sich gegen seinen Auftraggeber stellt, geraten die beiden in einen schon jahrhunderterlang andauernden Krieg zwischen Unsterblichen. Die verstörenden und brutalen Methoden der Alchimisten Unsterblichkeit zu erlangen, stellen Aura und Gillian immer wieder vor eine Herausforderung.

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Die Handlung des Buches kurz zusammenzufassen ist in diesem Fall sehr viel komplizierter als gedacht. Die Geschichte ist so verworren, mysteriös und düster, dass man kaum genug sagen kann um Interesse zu wecken, ohne dabei zu spoilern.  Die Charaktere sind auf ihre Art außergewöhnlich und einzigartig. Zum Beispiel Gillian, der Hermaphrodit oder Christopher, der langsam dem „Bösen“ verfällt, sind nur ein paar der wirklich gut gelungenen und glaubwürdigen Personen in „Die Alchimistin“. Die Erzähl-Perspektive wechselt öfter zwischen Aura, Christopher und Gillian. Dabei überschneiden sich die Handlungsstränge auch oft und es bleibt durchgehend unglaublich spannend und abwechslungsreich. Die Praktiken der Alchimisten sind oft grausam, brutal und abstoßend, was dem Buch einen gewissen Reiz gibt. Immer wieder ist man schockiert über verstörende Enthüllungen und Vorgehensweisen der Alchimisten. Die Handlung bleibt von Anfang bis Ende unvorhersehbar. Zu keinem Zeitpunkt bekommt man einen Verdacht darauf, welche Geheimisse ans Licht kommen oder wie sich Charaktere verändern könnten, wodurch die Geschichte nie an Spannung verliert. Sehr spannend sind auch die kleineren Rätsel, die Aura im Laufe der Geschichte begegnen und zu denen sie versucht eine Lösung zu finden. Auch hier versucht man als Leser angestrengt die Rätsel zu durchschauen, dessen Auflösungen meist genauso unerwartet sind, wie der Verlauf der Geschichte.

„Die Alchimistin“ ist der erste Teil einer Trilogie. Da mir das Buch in sich sehr abgeschlossen vorkam, bin ich sehr gespannt, den zweiten Teil bald zu lesen, weil ich mir absolut nicht vorstellen kann, wie die Geschichte weitergehen könnte.

Die zusätzlichen Texte am Ende des Buches über die Entstehung des Romans, Alchimie in der Literatur und das Theatre du Grand Guignol (ein Schauplatz in der Geschichte) sind sehr interessant und geben nochmal einen genaueren Einblick in die Entstehung der Charaktere und der Handlung, sowie in die Herkunft der Mythen in der Alchemie. Es ist ein schöner Abschluss des Buches, indem die Basis erklärt wird, auf der der Roman aufbaut.

Spirituelles Abenteuer im Herzen Indiens

Titel: Shantaram

Autor: Gregory David Roberts

1088 Seiten

Preis: 12,99€

5 Stars (5 / 5)

 

Heroinabhängigkeit, bewaffneter Raubüberfall und Verurteilung zu 19 Jahren Haft, die nie vollständig abgesessen wurden, führen in zu seinem neuen Leben in der Ferne. In seinem autobiografischen Roman „Shantaram“ erzählt Gregory David Roberts von seinem wilden Leben auf der Flucht. Nachdem Roberts nur zwei Jahre seiner Strafe in einem australischen Gefängnis abgesessen hat, flieht er und begibt sich, unter dem Namen Lindsay, nach Indien. Dort beginnt ein neuer Abschnitt für ihn. Aber auch hier hat er es alles andere als leicht. Als Fremder in einem unbekannten Land ist er vollständig auf sich alleine gestellt. Glücklicherweise lernt er den Inder Prabaker kennen, der ihm schnell ein guter Freund wird. Prabaker zeigt Lin all die schönen Seiten von seiner neuen Heimat, aber auch vor Armut und Krankheit schreckt er nicht zurück. Als Lin selbst ein Bewohner des Slums wird beschließt er den Menschen zu helfen und kümmert sich um eine medizinische Versorgung vor Ort. Freundschaften werden geschlossen und Lin beginnt seine neue Heimat aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen. Doch auch in Indien scheint das Verbrechen ihn zu finden und Lin lässt sich mit einem einflussreichen Mafiaboss ein, wird  Teil des Schwarzmarkts und begibt sich in gefährliches Terrain. Erst zu spät merkt er, dass er sein Handeln schwer bezahlen wird.

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Manchmal liest man ein Buch und spürt, wie dieses Buch einen selbst verändert, wie es Vorstellungen, Gedanken und Wünsche entstehen lässt und wie man danach einen anderen Blick auf die Welt hat. So ein Buch ist Shantaram. Die Lebensgeschichte von Gregory David Roberts, oder eher von Lin in diesem Fall, ist absolut beeindruckend. Das Buch beginnt mit Lins Ankunft in Bombay, doch auch die vorherige Zeit im Gefängnis und der Ausbruch werden in Rückblicken, die sich durch das gesamte Buch ziehen, geschildert. Durch Prabaker werden Lin und auch dem Leser völlig neue Perspektiven eröffnet, die sehr viel über das Leben in Armut aus der Sicht eines Slumbewohners aussagen. Man lernt viel über eine Kultur, die sich doch sehr stark von unseren westlichen Kulturen unterscheidet. Auch der Sprache wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Lin lernt während seines Aufenthaltes in Indien Hindi und Marathi. Hindi wird in ganz Indien gesprochen, während Marathi eine regionale Sprache ist, die sich auf den Bundesstaat Maharashtra begrenzt. Sobald in dem Buch in einer der Sprachen gesprochen wird, steht die Übersetzung sofort hinter dem Satz. Es erleichtert das Lesen sehr, zu verstehen, was gesagt wird, ohne in den Fußnoten oder im Anhang nach einer Übersetzung suchen zu müssen, wie es oft in anderen Büchern der Fall ist. Auch die Charaktere wachsen einem stark ans Herz, vor allem Prabaker mit seiner lebensfrohen, sympathischen Ausstrahlung hat es mir angetan.

Da das Buch doch sehr lang und im Grunde „nur“ eine Aneinanderreihung von Ereignissen aus Lins Leben ist, erschien es hauptsächlich zum Ende hin sehr schleppend. Zum Schluss werden allerdings nochmal alle Handlungsstränge aufgegriffen und versteckte Verbindungen aufgedeckt, was mir sehr gut gefallen hat, weil es das gesamte Buch nochmal abrundet. Vor allem die Anfangszeit in Bombay war sehr interessant, lehrreich und prägend, doch nachdem Lin sich wieder dem Verbrechen zugewendet hat, konnte ich mich selbst weniger mit seinen Gedankengängen und Problemen identifizieren. Trotzdem wurden auch im zweiten Teil der Geschichte tiefgehende Themen, wie zum Beispiel die Definition von gutem und bösem Handeln, besprochen, sodass es auch da auf keinen Fall an philosophischer Tiefe gefehlt hätte.

Während man Shantaram liest, möchte man am liebsten sofort selbst nach Indien aufbrechen und dieses wundervolle Land in all seinen Facetten erleben. Es ist eine einmalige Geschichte über die Bedeutung von Liebe, Vertrauen, Familie, Freundschaft, Vergebung und Freiheit. Man bekommt ein Verständnis davon, was die Welt zusammen hält und wie man mit seinen Mitmenschen umgehen sollte. Während des Lesens wird einem richtig bewusst, was uns wichtig im Leben sein sollte und wie jeder vielleicht ein etwas besserer Mensch sein könnte.

 

Hier nochmal eine kleine Inhaltsangabe vom Autor selbst 🙂

Magisches Duell auf Leben und Tod

516IIJgpuhLTitel: Der Nachtzirkus

Autor: Erin Morgenstern

461 Seiten

Preis: 4,99€

3.4 Stars (3,4 / 5)

 

Der Zirkus kommt ohne Ankündigung. Er ist plötzlich einfach da, als hätte er schon immer an dieser Stelle gestanden. Der Cirque des Rêves hat nur bei Nacht geöffnet und ist ein einmaliges Schauspiel welches Leute aus der ganzen Welt anlockt. Doch hinter dem Zirkus steckt mehr. In Wahrheit ist es der Austragungsort eines Duells zwischen zwei verfeindeten Magiern. Der Kampf auf Leben und Tod wird von ihren Schützlingen ausgetragen, die ihr Leben lang unterrichtet und darauf vorbereitet wurden zu gewinnen. Doch als Celia und Marco aufeinander treffen, können sie nicht anders, als sich entgegen aller Vernunft zu verlieben. Doch der Wettkampf, in dem sie sich befinden, kann nicht abgebrochen werden. Er ist erst vorbei, wenn nur noch einer der beiden steht.

Der Nachtzirkus ist magisch. Man wird schon zu Beginn komplett in die Geschichte eingesaugt und wandert sozusagen selbst durch den Zirkus. Stark dazu beitragen haben die Einschübe, die den der Leser direkt ansprechen und beschreiben, was er selbst sehen würde wenn er den Zirkus erkundet, unabhängig von dem Verlauf der Geschichte. Hinzu kamen auch die sehr kurzen Kapitel, die einen immer wieder motivieren weiterzulesen. Der Schreibstil passt zwar sehr gut zu den Charakteren und der Geschichte, da er eher kalt und leicht altmodisch das Geschehen schildert, aber an manchen Stellen wirkt es auch etwas stumpf und langweilig. Trotzdem umgibt das ganze Buch eine mysteriöse und magische Stimmung, die einem auf jeder Seite unterbewusst entgegenschwellt. Zu Beginn der Geschichte wird sehr viel in der Zeit gesprungen und es werden zwei Haupthandlungsstränge erzählt, die sich im Verlauf des Buches immer weiter einander annähern. Da manchmal sehr großen Zeitspannen übersprungen werden sollte man immer auf die Jahreszahl achten und sich bewusst machen, wie weit entfernt man sich von dem vorherigen Datum befindet. Es ist sehr spannend zu lesen, wie die beiden Geschichten verschmelzen. Zwischen den Kapiteln wird auch immer wieder die Perspektive gewechselt, sodass man einen sehr großen Rundumblick erhält, von den Menschen die alle  in irgendeiner Weise an dem Zirkus beteiligt sind. Ein negativer Effekt der Zeitsprünge ist leider, dass die Liebesgeschichte von Marco und Celia sehr, sehr plötzlich einsetzt. In dem einen Moment haben sie sich gerade erst angefreundet und im nächsten könnten sie sich nicht mehr vorstellen ohne einander zu leben. Diese „Liebe“ verliert etwas an glaubwürdig wenn man absolut nicht nachvollziehen kann, was in den unbeschriebenen Jahren geschehen ist zwischen den beiden. Auch das Duell an sich war für mich lange ein leerer Begriff. Man weiß, dass es einen Gegner gibt und dass irgendjemand am Ende gewinnen muss, aber die genauen Bedingungen bleiben immer etwas undurchsichtig. Aber alles in allem ist „Der Nachtzirkus“ ein sehr gutes Buch, dass es schafft den Leser komplett in seine magische, verzaubernde Welt zu ziehen.