Kategorie: Gern gelesen!

Die Alchimistin – Herausragender Beginn einer Trilogie

Titel: Die Alchimistin

Autor: Kai Meyer

463 Seiten (+ Specials, insgesamt 510 Seiten)

Preis: 9,99€ (Taschenbuch)

 

In einem Schloss, mitten in der Ostsee, wächst Aura Institoris zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Bruder auf. Auras Vater, der Alchimist Nestor Institoris, lebt zurückgezogen von seiner Familie um sich ganz seiner Forschung nach der Unsterblichkeit hingeben zu können. Als Auras Mutter den  17-Jährigen Christopher adoptiert beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Christopher wird von Nestor in den Grundzügen der Alchemie unterrichtet. Doch kurz darauf wird Auras Vater durch einen Auftragskiller von seinem Erzfeind getötet. Aura verliebt sich in den Mörder, Gillian, dessen zweiter Auftrag es ist, auch Aura zu töten. Als Gillian sich gegen seinen Auftraggeber stellt, geraten die beiden in einen schon jahrhunderterlang andauernden Krieg zwischen Unsterblichen. Die verstörenden und brutalen Methoden der Alchimisten Unsterblichkeit zu erlangen, stellen Aura und Gillian immer wieder vor eine Herausforderung.

Hier geht es zur Leseprobe

Die Handlung des Buches kurz zusammenzufassen ist in diesem Fall sehr viel komplizierter als gedacht. Die Geschichte ist so verworren, mysteriös und düster, dass man kaum genug sagen kann um Interesse zu wecken, ohne dabei zu spoilern.  Die Charaktere sind auf ihre Art außergewöhnlich und einzigartig. Zum Beispiel Gillian, der Hermaphrodit oder Christopher, der langsam dem „Bösen“ verfällt, sind nur ein paar der wirklich gut gelungenen und glaubwürdigen Personen in „Die Alchimistin“. Die Erzähl-Perspektive wechselt öfter zwischen Aura, Christopher und Gillian. Dabei überschneiden sich die Handlungsstränge auch oft und es bleibt durchgehend unglaublich spannend und abwechslungsreich. Die Praktiken der Alchimisten sind oft grausam, brutal und abstoßend, was dem Buch einen gewissen Reiz gibt. Immer wieder ist man schockiert über verstörende Enthüllungen und Vorgehensweisen der Alchimisten. Die Handlung bleibt von Anfang bis Ende unvorhersehbar. Zu keinem Zeitpunkt bekommt man einen Verdacht darauf, welche Geheimisse ans Licht kommen oder wie sich Charaktere verändern könnten, wodurch die Geschichte nie an Spannung verliert. Sehr spannend sind auch die kleineren Rätsel, die Aura im Laufe der Geschichte begegnen und zu denen sie versucht eine Lösung zu finden. Auch hier versucht man als Leser angestrengt die Rätsel zu durchschauen, dessen Auflösungen meist genauso unerwartet sind, wie der Verlauf der Geschichte.

„Die Alchimistin“ ist der erste Teil einer Trilogie. Da mir das Buch in sich sehr abgeschlossen vorkam, bin ich sehr gespannt, den zweiten Teil bald zu lesen, weil ich mir absolut nicht vorstellen kann, wie die Geschichte weitergehen könnte.

Die zusätzlichen Texte am Ende des Buches über die Entstehung des Romans, Alchimie in der Literatur und das Theatre du Grand Guignol (ein Schauplatz in der Geschichte) sind sehr interessant und geben nochmal einen genaueren Einblick in die Entstehung der Charaktere und der Handlung, sowie in die Herkunft der Mythen in der Alchemie. Es ist ein schöner Abschluss des Buches, indem die Basis erklärt wird, auf der der Roman aufbaut.

Magisches Duell auf Leben und Tod

516IIJgpuhLTitel: Der Nachtzirkus

Autor: Erin Morgenstern

461 Seiten

Preis: 4,99€

 

Der Zirkus kommt ohne Ankündigung. Er ist plötzlich einfach da, als hätte er schon immer an dieser Stelle gestanden. Der Cirque des Rêves hat nur bei Nacht geöffnet und ist ein einmaliges Schauspiel welches Leute aus der ganzen Welt anlockt. Doch hinter dem Zirkus steckt mehr. In Wahrheit ist es der Austragungsort eines Duells zwischen zwei verfeindeten Magiern. Der Kampf auf Leben und Tod wird von ihren Schützlingen ausgetragen, die ihr Leben lang unterrichtet und darauf vorbereitet wurden zu gewinnen. Doch als Celia und Marco aufeinander treffen, können sie nicht anders, als sich entgegen aller Vernunft zu verlieben. Doch der Wettkampf, in dem sie sich befinden, kann nicht abgebrochen werden. Er ist erst vorbei, wenn nur noch einer der beiden steht.

Der Nachtzirkus ist magisch. Man wird schon zu Beginn komplett in die Geschichte eingesaugt und wandert sozusagen selbst durch den Zirkus. Stark dazu beitragen haben die Einschübe, die den der Leser direkt ansprechen und beschreiben, was er selbst sehen würde wenn er den Zirkus erkundet, unabhängig von dem Verlauf der Geschichte. Hinzu kamen auch die sehr kurzen Kapitel, die einen immer wieder motivieren weiterzulesen. Der Schreibstil passt zwar sehr gut zu den Charakteren und der Geschichte, da er eher kalt und leicht altmodisch das Geschehen schildert, aber an manchen Stellen wirkt es auch etwas stumpf und langweilig. Trotzdem umgibt das ganze Buch eine mysteriöse und magische Stimmung, die einem auf jeder Seite unterbewusst entgegenschwellt. Zu Beginn der Geschichte wird sehr viel in der Zeit gesprungen und es werden zwei Haupthandlungsstränge erzählt, die sich im Verlauf des Buches immer weiter einander annähern. Da manchmal sehr großen Zeitspannen übersprungen werden sollte man immer auf die Jahreszahl achten und sich bewusst machen, wie weit entfernt man sich von dem vorherigen Datum befindet. Es ist sehr spannend zu lesen, wie die beiden Geschichten verschmelzen. Zwischen den Kapiteln wird auch immer wieder die Perspektive gewechselt, sodass man einen sehr großen Rundumblick erhält, von den Menschen die alle  in irgendeiner Weise an dem Zirkus beteiligt sind. Ein negativer Effekt der Zeitsprünge ist leider, dass die Liebesgeschichte von Marco und Celia sehr, sehr plötzlich einsetzt. In dem einen Moment haben sie sich gerade erst angefreundet und im nächsten könnten sie sich nicht mehr vorstellen ohne einander zu leben. Diese „Liebe“ verliert etwas an glaubwürdig wenn man absolut nicht nachvollziehen kann, was in den unbeschriebenen Jahren geschehen ist zwischen den beiden. Auch das Duell an sich war für mich lange ein leerer Begriff. Man weiß, dass es einen Gegner gibt und dass irgendjemand am Ende gewinnen muss, aber die genauen Bedingungen bleiben immer etwas undurchsichtig. Aber alles in allem ist „Der Nachtzirkus“ ein sehr gutes Buch, dass es schafft den Leser komplett in seine magische, verzaubernde Welt zu ziehen.

 

Eine fesselnde Familiengeschichte inkl. Drama und Spannung bis zum Ende

9783453291379_CoverTitel: Das Seehaus

Autor: Kate Morton

806 Seiten

Preis: 22,99€

Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.

Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …

Hier geht es zur Leseprobe

Dies war mein erster Roman von Kate Morton und ich muss sagen, ich bin wirklich positiv überrascht. Kate Morton hat einen so angenehmen und sinnlichen Schreibstil. Man kann während dem Lesen fast schon das Seehaus auf Loeanneth sehen, das Gras des riesigen Anwesens unter den Füßen spüren und die Stimmen der Bewohner hören. Ich finde das Cover passt einfach perfekt zu diesem Buch und seinem Inhalt. Auch die Charaktere liebevoll ausgearbeitet.

Die Geschichte spielt in unterschiedlichen Zeiten. So wird der Leser in die Jahre 1911 und 1933 mitgenommen und kann aus der Sicht der Protagonisten Alice und ihrer Mutter Eleonor die Geschehnisse des Familiendramas miterleben. 2003 stößt Sadie Sparrow dann auf das Seehaus und den alten, ungelösten Fall und lässt einen an ihren privaten Ermittlungen teilhaben. Ehrlich gesagt hatte ich die Befürchtung aufgrund der Zeitsprünge und Wechsel der Perspektiven etwas durcheinander zu kommen. Das war aber absolut nicht der Fall. Ich konnte mich problemlos auf alle Charaktere und Zeiten einstellen. Dies liegt nicht zuletzt am Geschick der Autorin!

Die Geschichte hat mich wirklich abgeholt und mitgenommen! Sie hat auch zu keiner Zeit an Spannung verloren, da immer wieder fehlende Puzzleteile zur Lösung des Falles um das Verschwinden des kleinen Theo Edevane gefunden wurden. Ebenso wurden des öfteren bestehende Theorien als falsch enttarnt und nach neuen Ansätzen gesucht. Gerade zum Ende der Geschichte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es war so schön und spannend zu verfolgen wie Sadie und „ihr Team“ (Ich nenne es Team um niemandem die Überraschung zu nehmen!) des Rätsels Lösung immer näher kamen und das Ende war auch absolut nach meinem Geschmack. Es bleibt wirklich keine Frage mehr offen und ich konnte das Buch nach der letzten Seite einfach entspannt zuschlagen.

Fazit: Mich hat die Geschichte wirklich gut unterhalten und ich kann sie jedem, der auf der Suche nach einem spannenden Familiendrama ist nur empfehlen.

Magisch, Düster und sehr viel Spannung

51hWdKdYC6L._SX314_BO1,204,203,200_Titel: Séance – Die erste Synergie

Autorin: Julia Mayer

460 Seiten

Preis : 2,99€ (eBook)

           12,99€ (Taschenbuch)

 

Unter Dresden befindet sich, vor den Menschen versteckt, die geheime Stadt DresdenX.  Dort Leben die Magos, die Magie beherrschen können und in dessen Gesellschaft Männer praktisch nichts wert sind. Alexej hat DresdenX verlassen, um sich nicht weiter unterdrücken lassen zu müssen und um von nun an bei den Menschen zu leben. Doch als seine Großmutter stirbt muss er in die Unterstadt zurückkehren. Bei der Verlesung des Testaments wird Alexej zum nächsten Gamma bestimmt. Das Amt des Gammas wurde noch nie von einem Mann belegt und für Alexej beginnt ein Kampf, sich gegenüber den machtgierigen und magiesüchtigen Frauen in DresdenX zu beweisen. Außerdem erfährt Alexej, dass sein bester Freund, Olerion, in Alexejs Abwesenheit verbannt wurde, für ein Verbrechen, welches er nicht begangen hat. Verzweifelt versucht Alexej zu erfahren was mit Olerion geschehen ist und nimmt sich vor, seinen Freund zu retten.

Die Geschichte zieht einen total in ihren Bann. Die Hauptpersonen sind sehr glaubwürdig und authentisch geschrieben. Allgemein ist der Schreibstil wirklich sehr detailliert, anschaulich und angenehm zu lesen. Die Welt der Magos ist das komplette Gegenteil von dem Alltag der normalen Menschen. Sie schlafen zum Beispiel bei Tag und sind nachts auf den Beinen. Auch die Idee, dass Frauen alles beherrschen und die Männer regelrecht unterdrücken ist sehr interessant. Dazu gehört auch, dass sich zur Abwechslung ein männlicher Protagonist behaupten muss. Ich weiß nicht woran es liegt, aber es scheinen doch meistens die Mädchen/ Frauen zu sein, die in Fantasy-Romanen gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit kämpfen. Es ist auf jeden Fall sehr spannend, zu lesen wie Alexej damit zu kämpfen hat das „schwache Geschlecht“ zu sein.  Auch erfrischend neu ist es, eine so gut geschriebene Fantasy-Geschichte mit dem Haupthandlungsort in einer deutschen Großstadt, zu lesen. Es ist wirklich schön mal eine Abwechslung zu den sonst fast durchweg amerikanischen Schauplätzen geboten zu bekommen. Die Magos unterteilen sich in drei Kategorien, die sich durch die verschiedene Nutzung der Magie definieren. Es gibt die Okkultisten, die Nekromanten und die Terranisten. Man erfährt im Verlauf der Geschichte so einiges über die verschiedenen magischen Richtungen und ihre groben Charakteristiken, aber trotzdem fehlte mir ein genauerer Überblick, was die Gruppierungen bedeuten und wie sie ihre Magie ausüben.

„Séance“ hebt sich eindeutig von der Masse an Fantasy-Romanen ab und ist ein einmaliges Leseerlebnis. Es ist der erste Teil einer Trilogie und ich kann es kaum erwarten die nächsten Teile zu lesen, sobald sie erscheinen.

Überraschende Wendungen und ein langgehütetes Familiengeheimnis

Titel: Black Rabbit Hall

Autorin: Eve Chase

411 Seiten

Preis : 19,99€

Leseprobe

 

 

Auf Black Rabbit Hall hat Zeit keine Bedeutung. Amber Alton verbringt jedes Jahr die Ferien mit ihren Eltern und ihren drei Geschwistern auf dem riesigen Familienanwesen in Cornwall. Bei einem weiteren Aufenthalt auf Black Rabbit Hall im Jahr 1968, geschieht etwas Schreckliches, wodurch das Familienglück für immer überschattet wird. Amber und ihr Zwillingsbruder Toby entfernen sich daraufhin voneinander, obwohl sie sonst immer unzertrennlich waren. Zusätzlich kommt eine besitzergreifende Fremde in das Leben der bereits angeschlagenen Familie und eine verbotene Liebe entsteht. Ungefähr 30 Jahre später ist Lorna mit ihrem Verlobten Jon auf der Suche nach einer passenden Hochzeits-Location. Sie finden Black Rabbit Hall und Lorna ist sofort begeistert. Irgendetwas an dem Haus lässt sie nicht los. Als sie dann noch zufällig auf die in einen Baum eingeritzten Namen der Alton-Kinder stößt, ist ihre Neugierde geweckt. Sie beginnt die verschlungene Geschichte von Black Rabbit Hall aufzudecken und muss sich dabei ihrer eigenen Vergangenheit stellen.

Als allererstes ist mir dieses wunderschöne Cover aufgefallen, mit der verschlungenen Schrift und den Gold-Applikationen. Hat man das Buch in Gebunden vor sich, kann man den milchig-trüben, leicht durchlässigen Umschlag abnehmen und man hat nur noch das Bild von dem Anwesen auf dem Cover, was eine sehr schöne Idee ist. Anfangs war es eher schwer in die Geschichte reinzufinden und die Verhältnisse zwischen den Charakteren zu erschließen. Aber nach einer gewissen Einlese-Zeit fängt man an, relativ gut durchzublicken. Es hat mir sehr gut gefallen, dass das Buch zu zwei unterschiedlichen Zeiten spielt und man als Leser ständig hin und her springt. Auch, dass die Schriftart sich ändert, je nachdem in welcher Zeit man gerade liest war gestalterisch sehr schön. Der Schreibstil ist nüchtern und ungeschönt aber trotzdem sehr präzise, durch die teils bildliche Sprache. Die Geschichte wird sehr spannend durch die kleinen Cliffhanger, am Ende jedes Kapitels, die einen dazu bringen, das Buch nicht weglegen zu können. Es war außerdem praktisch unmöglich vorauszusagen, was als nächstes passieren könnte. Es gibt so viele unerwartete Wendungen in der Geschichte, die das Buch bis zur letzten Seite spannend machen.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne geheimnisvolle, aber nicht allzu gruselige Romane liest. In „Black Rabbit Hall“ ist für jeden etwas dabei: Liebe, Hass, dramatische Unglücke, Familienkrisen und natürlich ganz viel Spannung.

Was wäre, wenn ein großer Asteroid auf die Erde zurasen würde…?

we-all-looked-up-9781481418775_hrTitel: We All Looked Up

Autor: Tommy Wallach

443 Seiten

Leseprobe

 

 

Als der Asteroid Ardor geradewegs auf die Erde zusteuert, sind sich Wissenschaftler sicher, es besteht eine 66,6% Chance für die Auslöschung der Erde. Aber was tun, wenn das Ende so nah bevorstehen könnte? Die vier Teenager Eliza, Andy, Anita und Peter bleiben durch Ardor möglicherweise nur noch 10 Wochen von ihrem Leben. Was ist überhaupt von Bedeutung? Wer will ich sein und wie lebe ich mein Leben? Zum ersten Mal in ihrem Leben brechen sie aus ihren „Schubladen“ aus und kümmern sich nicht darum, was von ihnen erwartet wird.

Das Buch ist gegliedert in 10 Teile, in denen auf die Ankunft Ardors runtergezählt wird. Jeder Teil beinhaltet jeweils ein Kapitel aus den verschiedenen Sichten der vier Jugendlichen. Die Perspektivwechsel sind interessant und ermöglichen dem Leser sich in die einzelnen Hauptpersonen reinzuversetzen. Niemand ist in echt so, wie er von den anderen Charakteren gesehen wird. Jeder Mensch hat seine Geschichte und was hinter einer Person steht ist oft so viel mehr als man auf den ersten Blick sieht. Obwohl das Buch teilweise flach geschrieben ist, hat es stellenweise auch wieder sehr poetische Züge. Man beginnt selbst über sein Leben zu reflektieren und sich zu fragen, was man selbst machen würde und ob man sich nichts vorzuwerfen hätte, wenn die Welt morgen endet. Neben diesen existenziellen Fragen, die aufgeworfen werden, ist die Handlung leider eintönig und etwas langweilig. Die Einzelschicksale der Protagonisten ziehen sich ewig lang über die Seiten, obwohl man schon in den ersten Kapiteln absehen kann, was geschehen wird. Die apokalyptische Endzeitstimmung, die sich durch das Buch zieht, ist aufregend zu lesen und es ist extrem spannend zu beobachten, wie sich die Gesellschaft verändert. Der Autor, Tommy Wallach, ist außerdem Sänger und Songwriter. Zu seinem ersten Roman „We all looked up“ hat er selbst ein gleichnamiges Album aufgenommen, mit Liedern zum Buch, aber auch aus dem Buch. Die Idee finde ich ziemlich cool, da einige Charaktere in der Geschichte selbst Lieder komponieren und singen. Das Album zum Buch rundet das Bild nochmal ab, da man die Möglichkeit hat, die Songs wirklich zu hören, über die man vorher nur gelesen hat. Die Filmrechte wurden sogar noch vor dem Erscheinen des Buches an Paramount Pictures übertragen. Auch wenn mir nicht bekannt ist, ob schon konkrete Pläne zur Verfilmung anstehen, bin ich trotzdem schon gespannt auf die Umsetzung.

Eine Fantasy-Reihe mit Suchtfaktor

Obsidian

Titel: OBSIDIAN – Schattendunkel

Autor: Jennifer L. Armentrout

Seiten: 400

 

Als die siebzehnjährige Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um „neue Freunde“ zu finden. Und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal bereits verändert hat…  
Dies ist der erste Band der Obsidian-Serie von Jennifer L. Armentrout.
Ich liebe den Schreibstil von Jennifer L. Armentrout! Ebenso die Charaktere, die sie liebevoll mit den verschiedensten Facetten ausgestattet hat und ihr Talent diese so lebendig werden zu lassen. Katy, Daemon und auch seine Schwester Dee haben das Zeug einem direkt ans Herz zu wachsen. Die Handlung der Geschichte war für mich nicht wirklich etwas neues. Das gutaussehende, aber schüchterne Mädchen verliebt sich in den Bad Boy. Es geht hin und her „Er will mich – er will mich nicht – er will mich“. Dann kommt noch eine Portion Paranormales ins Spiel und natürlich ein Ende, das sofort sehnsüchtig auf Band 2 warten lässt. An manchen Stellen hat mich das alles schon sehr an die Biss-Bücher erinnert, auch wenn es hier nicht um Vampire geht. 😉 ABER ich habe schon lange keine Reihe mehr gelesen, die das „Twilight-Feeling“ von damals wieder erzeugen konnte. Jennifer L. Armentrout hat es mit diesem Buch geschafft und ich freue mich jetzt schon auf Band 2! Obsidian ist ein gelungener Auftakt der Lux-Reihe, die sich zunächst mit Onyx, Opal und Origin (Bd. 2, 3, 4) fortsetzt. Ende April erscheint bereits Opposition (Bd. 5) und wer dann noch nicht genug hat, kann (ab Winter 2016) mit Oblivion – Lichtflüstern – die Geschichte noch mal aus Daemons Perspektive erleben.

 

Fazit: Von mir aus eine klare Kaufempfehlung!!! (Wer allerdings mit den Biss-Büchern nichts anfangen konnte, wird hier dann auch seine Erfüllung nicht finden.)

Spannendes Sci-Fi Abenteuer am Rande unserer Galaxie

41XmoV+CoPL._SX311_BO1,204,203,200_

Titel: Paradox

Autor : Philip Peterson

451 Seiten

Um das rätselhafte Verschwinden einiger Sonden jenseits der Pluto-Laufbahn zu erforschen, begeben sich der erfahrene Astronaut Ed Walker und der Wissenschaftler David Holmes mit ihrer Crew auf eine abenteuerliche Reise an den Rand unseres Sonnensystems. Von dem Entschluss ins All zu fliegen, über das Astronautentraining bis hin zum eigentlichen Start ist es ein ganz schönes Stück Arbeit für alle Beteiligten. Auch auf der Reise selbst müssen sie immer wieder mit kleineren Problemen kämpfen. Als sie dann schließlich an ihrem Ziel ankommen, machen sie eine Entdeckung, die ihre Welt erschüttert.

Da die Geschichte schon weit vor der Mission ins All beginnt, verfolgt man von Anfang an, den Entstehungsprozess des Einsatzes und die jeweiligen Gemütsverfassungen von Ed und David. Die Perspektive wechselt pro Kapitel zwischen den beiden Charakteren. Dadurch bekommt man völlig unterschiedliche Einblicke in das Leben als Astronaut. Zum einen, die eines Neulings, aber auch die eines alt Eingesessenen. Was mir besonders an „Paradox“ gefallen hat war vor allem, der Blick hinter die Kulissen der NASA und der Raumfahrt. Aber zudem auch die wissenschaftlichen Fakten in dem Buch, die eben nicht total abstruse Sci-Fi Erfindungen waren, sondern tatsächlich zukünftig möglich und plausibel sind. Generell werden auch viele physikalische Prinzipien erklärt, was ich wirklich sehr lehrreich und interessant fand. Da der Autor (Philip Peterson) als Ingenieur für Trägerraketenkonzepte arbeitete und im Management von Satellitenprogrammen tätig war, merkt man während dem Lesen ganz stark, dass er wirklich weiß wovon er spricht. Das gibt dem Buch viel mehr Tiefe und Glaubwürdigkeit. Während dem Lesen fiel es mir schon fast schwer, im Hinterkopf zu behalten, was momentan schon  möglich ist und was nur in dieser Geschichte real ist, weil alles so schlüssig und ineinander übergehend war. Auch die Charaktere sind Peterson wirklich gut gelungen. Ed und David sind so unterschiedlich wie zwei Menschen nur sein können, aber man kann sich in beide sofort reinversetzen und sie super gut verstehen. Alles in allem kann nicht das Buch wirklich nur empfehlen. Ich hab es in 2 Tagen quasi verschlungen und habe vor bald auch „Transport“, ein weiteres Buch von Peterson, zu lesen.